: zur person
Ulrich Seidl
Bisher ist Ulrich Seidl als Dokumentarfilmer in Erscheinung getreten. In „Models“ zum Beispiel (1998) folgt er einer Gruppe von Fotomodellen bei deren wenig fruchtbaren Versuchen, sich in Wien ein Auskommen zu verschaffen. In „Tierische Liebe“ (1995) erforscht er das Verhältnis, das Menschen zu ihren Haustieren pflegen. Seine Filme entwickeln eine Sicht auf Abgründe, die unbarmherzig scheinen mag, sich aber in Wirklichkeit aus der Liebe zu den Figuren speist. Das lässt sich nicht immer ertragen. Werner Herzog etwa hat über „Tierische Liebe“ gesagt: „Noch nie habe ich im Kino so geradewegs in die Hölle geschaut.“ Die Grenze zwischen Fiktion und Dokument ist bei Seidl fließend, die Protagonistinnen in „Models“ wissen recht gut, wie sie sich selbst inszenieren. So ist es folgerichtig, wenn „Hundstage“, Seidls erster Spielfilm, sich dem Dokumentarischen nähert, insofern mit Laiendarstellern und an Originalschauplätzen gedreht wurde. Für „Hundstage“ hat Seidl, der 1952 geboren ist und in Wien lebt, im vergangenen Jahr bei den Filmfestspielen von Venedig den „Großen Preis der Jury“ erhalten.
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