wortwechsel: Es gibt noch viel zu tun beim Klimaschutz
Die Menschen fühlen sich der Hitze ausgeliefert, und es gibt keinen Masterplan zum Hitzeschutz. Auch in der Psychotherapie wird abgebaut statt verbessert
Modernisierungsstau
wochentaz vom 27. 6. 26
Die Analyse spannt einen zu kurzen Bogen. Schließlich spiegelt sich im mangelnden Ehrgeiz der Politik für einen echten Masterplan zum Thema Hitzeschutz auch wieder einmal der riesige Modernisierungsstau in Deutschland wider, da es schon sehr viel über eine erhebliche Rückständigkeit aussagt, wenn selbst bei verhältnismäßig einfach umsetzbaren Maßnahmen wie öffentlichen Trinkwasserspendern es in einer Stadt wie Wien 1.600 und in Hamburg lediglich 55 gibt. Wobei erschwerend hinzukommt, dass sich wie im genannten Beispiel von den ohnehin sehr mickrigen Trinksäulen an der Elbe so gut wie keine ausgerechnet an denjenigen Orten wie etwa der HafenCity oder dem Innenstadtbereich befinden, die sich im Sommer aufgrund von sehr geringen Grünflächen besonders stark aufheizen. Deshalb bedarf es hier in jedem Fall eines deutlichen Umdenkens bei den politischen Entscheidungsträgern, da Klimaresilienz nun einmal ein entscheidender Teil eines glaubhaften Klimaschutzes ist! Rasmus Ph. Helt, Hamburg
Zubetonierte Innenstadt
wochentaz vom 27. 6. 26
Wenn ich mich im Kontext der Klimakrise – und das ist kein Unwetter, hallo? – auf die „Schwächsten der Gesellschaft“ beziehe, dann nicht, weil ich ausgrenzen will, sondern weil ich für einen Moment meine eigene, ohnmächtige Angst weniger überwältigend wahrnehme, obwohl ich mich von Politiker:innen im Stich gelassen erlebe, die Zeit verpennen, Umwelt- und Lebensbedingungen für alle zu sichern. Ich kann mir nach wenigen Tagen, in denen ich durch eine überhitzte, zubetonierte Innenstadt wie Frankfurt taumele, gut vorstellen, was mich zukünftig erwartet. Darüber nachzudenken und mit den kalkulierbaren Risiken ohne Resonanz in der regierenden Koalition zu leben, empfinde ich nicht nur als ignorant, sondern auch unsagbar ausliefernd.
Elke Wetzel, Frankfurt am Main
Umweltschutz wichtig
„Warum Bürokratie wichtig ist“,
wochentaz vom 28. 6. 26
Danke Julien Gupta, endlich mal ein richtig guter, weil differenzierender Artikel zum Thema Bürokratieabbau. Wie oft habe ich in meinen 30 Jahren Berufserfahrung erleben müssen, dass unter diesem Schlagwort wichtige und einst von unten erkämpfte Errungenschaften im Umwelt- und Arbeitsschutz verwässert oder abgeschafft wurden. Die eigentliche Bürokratie wurde aber nicht geringer.
Thomas Schatz, Tübingen
Wo bleibt der Aufschrei?
„Soziale Ungleichheit schreibt sich in den Körper ein“,
wochentaz vom 27. 6. 26
Bereits seit Wochen versuchen Psychotherapeuten aufmerksam zu machen auf die Verschlimmerung sozialer Ungleichheit durch die Verringerung des Versorgungsangebots für gesetzlich versicherte und psychisch erkrankte Patienten infolge das geplante Beitragsstabilisierungsgesetzes.
In den Bereichen von sozialer Teilhabe, Arbeits- und Erwerbstätigkeit, Lebens- und Beziehungsqualität sowie Lebenserwartung ist Psychotherapie wirksam, und jeder in Psychotherapie investierte Euro spart 2 bis 5 Euro an Folgekosten. Die geplante Budgetierung der psychotherapeutischen Gespräche wird hochgerechnet dazu führen, dass 25 Prozent aller Therapieplätze für Kassenpatienten verloren gehen werden.
Warum? 70 Prozent der niedergelassenen Psychotherapeuten sitzen gegenwärtig auf halben Kassensitzen, dürfen auf diesen aber deutlich mehr arbeiten und tun dies auch. Im Rahmen der geplanten Budgetierung werden Inhaber der halben Kassensitze entsprechende Budgets zugeteilt bekommen.
Erschwerend kommt hinzu, dass 30 Prozent der niedergelassenen Psychotherapeuten über 60 Jahre alt sind. Sie werden innerhalb der nächsten Jahre in den Ruhestand gehen. Außerdem können aufgrund der ungeregelten Finanzierung der Weiterbildung für Psychotherapeuten nur wenige Absolventen des neuen Approbationsstudiengangs gegenwärtig ihre Fachkunde erwerben. Der Nachwuchs fehlt. Diese drei Faktoren werden eine massenhafte Reduktion von Therapieplätzen bewirken. Psychotherapeutische Praxisinhaber mit (halber) Kassenzulassung haben begonnen, Privatpatienten und Selbstzahler zu priorisieren, eine ohnehin privilegierte Gruppe. Seit März 2026 sind so bereits schätzungsweise 84.000 Therapieplätze für gesetzlich versicherte Patienten verloren gegangen. Wo bleibt der Aufschrei? Anna Rohs, Bordesholm
Planungssicherheit
wochentaz vom 27. 6. 26
Planungssicherheit und Vertrauensschutz sind gerade für Menschen wichtig, die am Ende ihres langen Arbeitslebens feststellen, dass es ihnen immer schwerer fällt, bei Anforderungen und Veränderungen ihrer Arbeitswelt mitzuhalten.
Ich denke dabei weniger an die Menschen mit „nur“ 35 Jahren beruflicher Tätigkeit. Sondern an die Menschen, die derzeit schon über 40 Jahre lückenlos gearbeitet haben und lange damit planen konnten, in den nächsten 4 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen zu können. Alleinig bei dieser Gruppe werden laut den aktuellen Plänen „Übergangsfristen und Vertrauensschutz“ nicht ausreichend berücksichtigt. Für mich eine heftige Ungerechtigkeit, insbesondere für die Jahrgänge 1963 bis 1965, die derzeit fast 45 Jahre gearbeitet haben.
Nein – ich selbst bin von dieser Neuregelung nicht betroffen. Als langjähriger Rentenberater, Betriebsrats- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender möchte ich allerdings auf diese wohl größte Ungerechtigkeit der aktuellen Rentenpläne hinweisen. Kurt Lennartz, Aachen
Gewerkschaft der Polizei
wochentaz vom 6. 6. 26
Die Datenrecherche von Mohamed Amjahid und Natalie Widmann ist eine hervorragende Arbeit, die belegbare Zahlen zu einem Zustand liefert, der bisher nur als „Bauchgefühl“ wahrnehmbar war. Dieser unbegreifliche Zustand ist die Art, mit der die Gewerkschaften der Polizei als Expertinnen zu jedem denkbaren Thema befragt werden (als ob sie eigene Forschungseinrichtungen betreiben würden), und dieser Zustand wird im Artikel sehr gut beschrieben.
Und an der Stelle ist es auch erst einmal egal, ob die Meinung von DPolG, BPol, BDK oder GdP als „Expertise von Sachkundigen“ verkauft wird. Und an der Stelle ist es ebenfalls egal, wie viele Personen zu welcher Polizeigewerkschaften gehören. Torsten Schuet
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