piwik no script img

was für eine woche„Nicht wiederholen, was war, sondern darüber nachdenken, was es bedeutet hat“

Matthias Kalle

Ach, es ist ein Jammer: Nachrichten altern schnell, aber ungleichmäßig. Manche verlieren schon nach Stunden ihre Dringlichkeit. Andere gewinnen sie erst, wenn man zurückschaut – wenn das Nächste längst das Übernächste verdrängt hat und sichtbar wird, was sich dazwischen verschoben hat.

Genau dieser Abstand fehlt im Takt der Eilmeldungen. Nicht weil Journalismus zu schnell wäre, sondern weil Schnelligkeit und Einordnung verschiedene Aggregatzustände sind. Beides gleichzeitig geht nicht. Was dabei verlorengeht, ist selten das Laute, sondern das Leise: die Verschiebung, die sich erst im Zusammenhang zeigt, der Widerspruch, der erst sichtbar wird, wenn man aus dem Strom heraustritt und sich fragt, wohin er eigentlich fließt.

Matthias Kalle leitet gemeinsam mit Luise Strothmann die wochentaz.

Deshalb gibt es ab dieser Ausgabe unsere neue Rubrik „Was für eine Woche“, die von nun an an die Stelle des Inhaltsverzeichnisses tritt: vier kurze Texte, die zurückschauen. Nicht um zu wiederholen, was war, sondern um darüber nachzudenken, was es bedeutet hat. Pointiert, analytisch und manchmal widersprechend.

Bevor die nächste Woche beginnt und alles wieder von vorne losgeht.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen