unterm strich:
Ein neuer Hauptstadtbeschluss steht an: Am 4. Juli entscheidet der Bundestag über die Neugestaltung des Berliner Schlossplatzes – über den Ort also, auf dem bisher noch der Palast der Republik, das ehemalige Volkskammergebäude der DDR, vor sich hin rottet. Monika Griefahn, die Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses, rechnet damit, dass eine Mehrheit für die Rekonstruktion der barocken Fassaden des einstigen Hohenzollernschlosses stimmt, das die DDR-Führung nach dem Krieg sprengen ließ. Alternativ dazu steht am 4. Juli aber auch ein Architektenwettbewerb zur Abstimmung, der die zukünftige Gestaltung des Gebäudes, das an dieser Stelle errichtet werden soll, noch offen lässt. Dass sich die Bebauung des Schlossplatzes an den Raummaßen des ehemaligen Schlosses orientieren soll, steht dagegen außer Frage.
Deutsche Architekten haben sich nun, im Vorfeld der Abstimmung, mit einem Appell zu Wort gemeldet: „Geben Sie Ideenfreiheit!“, ist die Resolution der Bundesarchitektenkammer an die Bundestagsabgeordneten überschrieben, die sie auffordert, sich bei der bevorstehenden Abstimmung über die künftige Gestaltung des Berliner Schlossplatzes für den Architektenwettbewerb zu entscheiden, der sowohl zeitgenössische als auch historisch orientierte Konzepte zulässt.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen