taz.berlin-Adventskalender 6: Puzzlen statt meditieren

Im taz.berlin-Adventskalender präsentieren wir in diesem Jahr passend zum Winter-Shutdown viele schöne Spiele. Heute puzzeln wir. Puzzeln Sie mit!

Der 51-jährige Günther Simetsberger ais Österreich schultert in seiner Wohnung ein insgesamt 22 Kilogramm schweres Puzzle aus 42 000 Teilen

Das Puzzle aus Österreich soll 22 Kilogramm schwer sein und aus 42.000 Teilen bestehen! Foto: picture alliance/Matthias Röder/dpa/Matthias Röder

„Spielen Sie mit mir!“, hauchte eine der Moderatorinnen des Radiosenders, bei dem ich vor meiner Zeit bei der taz arbeitete, gerne ins Mikro, mit samtig-weicher Stimme, fast etwas schnurrend. Sie brachte damit zu Tage, dass es in dem überwiegend weiblichen Publikum unserer öffentlich-rechtlichen Sendung doch auch ein paar Männer gab, die dann gern anriefen. „Spielen Sie mit mirrrr …“

Nö. Spielen Sie doch mal mit sich selber! Nein, hier geht es nicht um die neuesten Sextoys, das müssen Sie immer noch auf ze.tt oder bento nachlesen, wenn Sie möchten: https://ze.tt/so-bringst-du-abwechslung-in-deine-masturbationsroutine/. Hier geht es um eine andere Form von Entspannung, bei der man nicht die Vorhänge zuziehen muss: das Puzzeln.

Mal ganz tief seufzen ist aber auch hier erlaubt: Hach! Was für ein wunderbares Gefühl, an dem langen dunklen Pandemiewinterabend das neue Puzzle auszupacken, erstmal kurz rappeln – dieser Sound der 1.000 Teile! Der Geruch nach dem Öffnen der Kiste ist – naja – Geschmackssache, aber ich gehe davon aus, dass, wer Zeitung liest, also die gedruckte, auch den etwas dumpfen Pappgeruch genießen kann.

Ist das Motiv gut gewählt? Das ist geschmacks- und erfahrungsabhängig, und wer viel puzzelt, weiß, dass manche neuen Motive schnell ausverkauft sind. Wer Freude am Bild haben will (und keine allzu hohe Schwierigkeitstufe), wählt eins der oft eher kitschigen Motive („Im Gewächshaus“, „Die Hexenküche“): detail- und abwechslungsreich, auch in den Farben.

„Blick in den englischen Landhausgarten“

Oft entdeckt man beim Puzzeln kleine Einzelheiten, die auf der kleineren Darstellung auf der Kiste gar nicht zu erkennen sind – man versinkt. Die unterschiedlichen Blütenformen und verschiedenen Schattierungen von Rosa beim „Blick in den englischen Landhausgarten“ erfordern Konzentration auf das Puzzle – dabei können auch Menschen abschalten, denen das beim Meditieren nicht gelingt.

Anders die eintönigeren Bilder, vielleicht aber auch etwas für Puzzler*innen, die ein Niveau erreicht haben, auf dem ich noch nicht angekommen bin: Eisberge oder -bären vor ebensolchen, graublaue Delphine im graublauen Meer … Nicht zu unterschätzen auch die „Skyline von Manhattan“, die sich, in Teilen ausgebreitet, erstmal ebenfalls als graublaues Meer aus Stahl und Glas herausstellt. Ich persönlich finde es schwerer, dabei zur Ruhe zu kommen – wenn es zu langsam geht, regt man sich doch wieder auf!

Und dann: anfangen mit dem Rand oder einer „großen Figur“? Darüber befinde ich mich gerade in einem Expertinnendisput mit einer 8-jährigen Freundin, die immerhin schon 300-Teiler puzzelt. Sie schwört auf Letzteres, ich auf Ersteres: Ihr geht es um Schnelligkeit. Mir nicht.

Erforderlich: Puzzle und eine ebene Fläche

Zielgruppe: Jede*r

Wer das spielt, spielt auch: Tetris

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