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taz lab 2026 diskutiert Klima, Ökologie und Wirtschaft

Mit Carla Hinrichs, Thilo Bode, Stefan Rahmstorf, Carla Reemtsma, Anja Windl, Katrin Höffler, Caren Lay, Florian Opitz, André Jeroma, Hermann-Josef Tenhagen u.v.a.

Alter macht klug, heißt es. Zumindest gilt für diese Demonstrantin Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

taz lab | Die Klimakrise ist real – aber die gesellschaftliche Bereitschaft, sie ernsthaft anzugehen, bröckelt heftig. In Deutschland scheint sogar ein satter Rollback an Fahrt aufzunehmen. Gleichzeitig wächst die Erschöpfung in den Bewegungen. Anders als die Klimaschützer:innen, hat die Mieter:innenbewegung noch Kraft, trotzdem werden die Mieten weiter munter erhöht. Gibt es da überhaupt noch Hoffnung auf Hoffnung? Von einer Erhöhung träumen indes Musiker:innen – aber nur, wenn es um Vergütungszahlungen großer Streaming-Plattformen geht. Nur scheint das genauso unrealistisch wie sinkende Mieten oder starker Klimaschutz. Und jetzt? Zeit für Streit.

🐾 Klimaaktivistin Carla Hinrichs und Foodwatch-Gründer Thilo Bode könnten kaum unterschiedlicher sein – radikaler Straßenprotest hier, jahrzehntelange NGO-Arbeit dort. „Was müssen wir besser machen?“ ziehen beide gemeinsam Bilanz: Was haben Klimabewegung und NGOs erreicht – und was nicht? Und warum kann Klimaschutz nur gelingen, wenn er sozial gerecht ist und breite Bündnisse trägt?

🐾 Klimaforscher Stefan Rahmstorf ist gleich doppelt präsent: Im Workshop „Die öffentliche Klimadebatte“ erläutert er die Komplexitäten zwischen Wissenschaft, Medien, Aktivismus, Querdenkern und Lobbyisten – und warum es so schwer ist, in diesem Geflecht noch gehört zu werden. Und in der Podiumsdiskussion „Wollen neue soziale Bewegungen zu viel?“ diskutiert er gemeinsam mit Fridays-for-Future-Aktivistin Carla Reemtsma, Linken-MdB Luke Hoß und taz-Autor Bernward Janzing, ob Klimabewegungen sich mit ihrer Überpolitisierung selbst im Weg stehen.

🐾 Rückblick: Frühjahr 2023, die Klimaaktivist:innen der Letzten Generation kleben sich auf Deutschlands Straßen, doch statt besserer Klimapolitik folgt nur harte Repression. Wie rechtmäßig ist es, Aktivist:innen als Gefährdung einzustufen und aus dem Diskurs zu drängen? Letzte-Generation-Aktivistin Anja Windl und Strafrechtsprofessorin Katrin Höffler diskutieren in „Die Letzte Generation busten, echt jetzt?“ die rechtlichen Konsequenzen von politischem Protest.

🐾 Soziologin Antje Daniel und Philosophin Ana Honnacker fragen derweil in „Hurra, die Welt geht unter!“, was Dystopie und Apokalypse á la Letzte Generation im Klimadiskurs anrichten – und ob die Erzählung vom Untergang uns mehr lähmt als motiviert. Denn eigentlich ist doch manch Fortschritt schon geschafft.

🐾 Europa- und Umweltexperte Martin Unfried und Klima- und Verkehrsexperte Heinrich Strößenreuther diskutieren in „Klima-Aktivismus im Gegenwind?“ zudem eine Frage, die gerade brennt: In Deutschland läuft der Rollback bei Klimaschutz und Energiewende. Zugleich schaffte es Berlins BaumEntscheid, ein ökologisch ambitioniertes Gesetz durchzusetzen. Was ist da los und wie müssten Klimainitiativen heute aussehen, um stabile gesellschaftliche Mehrheiten zu gewinnen – statt sie zu verlieren?

🐾 Und wer die Energiewende lieber selber machen will: Der Energie-Workshop „Voll verheizt!“ mit Energieexperte Alain Rappsilber und Verbraucherschützer Hermann-Josef Tenhagen gibt praktische Antworten – für alle, die wissen wollen, was zuhause wirklich möglich ist. Der Workshop findet übrigens um 11 Uhr & 15 Uhr statt.

Wohnungkrise, Agrarwende & das Spotify-Problem

🐾 Ein Dach über dem Kopf ist existenziell – und kaum noch leistbar. Mieten werden trotz Mietpreisbremse munter erhöht und der lahmende Wohnungsneubau produziert nur unbezahlbaren Beton. Linken-Bundestagsabgeordnete Caren Lay und Regisseur Florian Opitz fragen in „Wohnst du noch oder suchst du schon?“, wo wir die Abfahrt verpasst haben – und wie wir uns aus der Umklammerung von Marktlogik und Mangel lösen können. Diese Diskussion wird übrigens zeitgleich vom Berliner Künstler C.M.K. grafisch aufgezeichnet.

🐾 Wie soll die Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Holger Hennies vom Landesbauernverband und André Jeroma, Sprecher der „Wir haben es satt!“-Demo, treffen in „Wer hat hier wen satt?“ aufeinander – moderiert von taz-Redakteur Jost Maurin. Wo die beiden sich bei Trumps Zöllen und dem Mercosur-Abkommen überraschend einig waren, liegen beim Umbau der Landwirtschaft Welten zwischen ihnen. Geht da trotzdem was zusammen?

🐾 „75 Prozent der Umsätze gehen an 0,1 Prozent der Künstler:innen“ – Herbert Grönemeyer nannte Spotify & Co. das „größte Idiotensystem im Kapitalismus“. Medienwissenschaftler Shintaro Miyazaki, Arbeitsforscherin Jana Costas und Nina Graf vom Bundesverband Pro Musik diskutieren, wie Streaming gerechter werden kann.

Diese und viele weitere Diskussionen können Sie live im Stream und (sofern Platz) auch vor Ort beim taz-Kongress 2026 am 25. April verfolgen und selber mitdiskutieren. Tickets schon ab 20 Euro und immer inklusive einem Jahr vollen Zugriff auf die tazlab-Mediathek.

🐾 Jetzt Tickets sichern: tazlab.de/tickets