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taz Talk über Frauen in Afghanistan Der Ruf nach „Brot, Arbeit, Freiheit!“

Fünf Jahre nach der erneuten Machtübernahme der Taliban kämpfen Afghaninnen weiter für ihre Selbstbestimmung, trotz stärker werdender Repression. Ein Gespräch mit der Journalistin Nabila Lalee.

Seit Afghanistans vom Westen gestützte Regierung am 15. August 2021 zusammengebrochen ist und die Taliban wieder die Macht übernommen haben, hat sich im Land ausgerechnet die Zahl lizensierter Unternehmen von Frauen auf mehr als 10.000 vervierfacht. Schätzungen zufolge kommen weitere 120.000 unlizenzierte Unternehmen von Frauen hinzu.

Veranstaltungsinformationen

Wann: Mi., 12.08.2026, 19 Uhr

Wo: nur im Livestream

Denn die Produktion in kleinen Firmen und Handwerksbetrieben, vielfach in Heimarbeit oder im Verborgenen, bildet für Frauen eine der wenigen verbliebenen Verdienstmöglichkeiten. Die Radikalislamisten schlossen Frauen und Mädchen mit den repressivsten Gesetzen der Welt nicht nur von Bildung ab Klasse 7 aus, sondern drängten sie auch aus vielen Berufen und öffentlichen wie humanitären Tätigkeiten.

Nach dem Sittengesetz dürfen Frauen nur noch in Vollverschleierung auf die Straße, überwacht von der Sittenpolizei. Für Reisen wie auch viele Erledigungen des Alltags ist die Begleitung durch einen männlichen Verwandten vorgeschrieben. Der Überlebenskampf der Frauen wie generell der traumatisierten und kriegsmüden Bevölkerung wird erschwert durch die gegen das Taliban-Regime verhängten Wirtschaftssanktionen.

Zwar ist das Land Afghanistan heute sicherer und wird weniger von Korruption geplagt. Aber die meisten Menschen leben in großer Armut. Massenhafte Abschiebungen von Afghanen aus den Nachbarländern Iran und Pakistan sowie der bewaffnete Konflikt mit dem Nachbarn im Osten verschärfen die Lage zusätzlich.

Trotz stärker werdenden Repressalien kämpfen Afghaninnen weiter für ihre Freiräume und Selbstbestimmung. Anfang Juni gab es in Herat eine Welle von Verhaftungen von Frauen, denen die Taliban Verstöße gegen die strengen Kleidervorschriften vorwarfen. Die folgenden Proteste, die dem zentralen Slogan „Brot, Arbeit, Freiheit!" folgten, wurden gewaltsam aufgelöst.

Die Situation zwischen den religiös-politischen Machthabern in Kabul und Kandahar und den afghanischen Frauen gleicht oft einem Katz-und-Maus-Spiel. Erlassen die Taliban neue diskriminierende Gesetze, suchen Afghaninnen nach Möglichkeiten, um die wenigen Freiräume aufrechtzuerhalten, die ihnen noch geblieben sind.

Wie sieht heute der Alltag der afghanischen Frauen aus? Wie ist ihre soziale Lage? Mit welchen Strategien kämpfen sie für ihre Rechte? Wie flächendeckend ist die Unterdrückung im Land und wie homogen agieren die Taliban gegenüber den Frauen? Welche Fehler hat der Westen gegenüber den Afghaninnen gemacht? Wie können sie unterstützt werden?

Ein Gespräch mit:

🐾 Nabila Lalee. Die freie deutsch-afghanische Journalistin und taz-Autorin recherchierte im Frühjahr 2026 für zehn Wochen in Afghanistan und war zuvor von 2022 bis 2026 Leiterin des Regionalbüros der dpa in Islamabad.

🐾 Sven Hansen moderiert diesen Talk. Er ist Asienredakteur der taz und Kurator der Reihe Han Sens Asientalk.

Dieser Talk findet in Kooperation mit Han Sens Asientalk statt.

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