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taz🐾lageWir sind Team ADHS

In der taz gibt es Shiatsu-Massagen, Spanisch für Anfänger, Fahrradreparatur-Hilfe, Wing-Tsun-Kurse und Pole-Dance-Schnupperstunden (taz.lage berichtete). Jetzt soll zu diesem satten Freizeit- und Selbsthilfeangebot noch ein Stammtisch für Leute mit ADHS kommen. Natürlich geht die Idee auf betroffene Kol­le­g:in­nen zurück, die eines Tages feststellten, wie wohltuend es wäre, sich in diesem Hause darüber auszutauschen.

Betroffen sind aus unserer Sicht viele. ADHSler wissen – oder meinen zu wissen –, wer alles zu ihnen gehört. Spielt jemand Subway Surfers während der Konferenzen, verliert sich in Details, wenn er oder sie ein Thema vorstellt, kann seine ­Euphorie oder Wut nicht gut kontrol­lieren, macht 15 Dinge gleichzeitig und entschuldigt sich vorschnell für potenzielle Fehler? Dann ist die Sache ja klar!

Gefühlt liegt die ADHS-Quote in der taz deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5 bis 10 Prozent. Wenn wirklich alle, von denen wir es glauben, ADHS haben, dann müsste die Zahl bei mindestens 89 Prozent liegen. Kein Wunder: Die Arbeit hier ist prädestiniert für uns. Ständig müssen wir uns mit neuen Themen beschäftigen – und nerdhaftes, teils unnützes Expert*innenwissen, das auch gerne mal eruptiv Anwendung findet, ist ebenfalls hilfreich. Mit Zeitdruck kommen wir übrigens auch klar.

Trotz dieser Fähigkeiten fühlen viele von uns sich oft nicht wert­geschätzt, denn immer gibt es jemanden, der uns zu laut, zu chaotisch oder zu exaltiert findet. Insofern könnte der geplante Stammtisch nicht nur Austausch, sondern der Beginn einer wunderbaren … oh, ein Vogel! Sunny Riedel

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