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taz🐾lageThermoskannendynamik

Wie taz-Leser*innen natürlich wissen, ist das Klima ein äußerst fragiles System aus entgegengesetzten Faktoren, bei dem eine einzige Veränderung tausend unkalkulierbare Folgen haben kann. Dasselbe gilt auch für das Betriebsklima, wie die paar wenigen Re­dak­teu­r*in­nen und der einzelne Layouter an diesem winterlichen Streiktag feststellen mussten, die sich im taz-Haus in der Friedrichstraße 21 einfanden. Die Kombination aus glatteisiger Kälte und nichtfahrenden Bussen, U-Bahnen und Trams überzeugte viele Mitarbeitende, an diesem Montag die großzügigen Möglichkeiten zum Arbeiten im Homeoffice für sich zu nutzen.

Mit teils gravierenden Folgen: Die Temperatur in den Redaktionsräumen fiel stark ab, was wiederum das schon länger köchelnde Gerücht hochkochen ließ, dass die ökologisch einwandfreie Heizung in der taz-Zentrale vor allem auf die Wärme der anwesenden Körper setzt.

Auch der Kaffee, sonst quasi der wärmende Golf-Strom der redaktionellen Stimmung, hatte durchschnittlich eine geringere Temperatur, da einer der Sätze der Thermos­kannendynamik zum Tragen kam: weniger Trinkende --> geringere Kaffeebrühfrequenz --> stärkere Abkühlung durch längere Standzeiten. Dafür wirkte sich die taz-Unterpopulation positiv auf die Lebensmittelversorgung aus: Die beliebte taz-Kantine war weniger besucht, dafür war der Nachtisch nicht derart rasch vergriffen und auch für spät pausierende Re­dak­teu­r*in­nen länger verfügbar. Ob dieses kalorische Plus die Stimmung über den Umweg nicht näher untersuchter Gasemissio­nen gefährlich nah an einen Kipppunkt brachte, konnte nicht ermittelt werden. (taz)

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