taz🐾lage: Ein Thema, keine Nachricht
Es ist ein Konflikt, der nicht ganz einfach zu lösen ist: Was tun, mit Nachrichten, die eigentlich keine sind – und doch eine gewisse Dringlichkeit deutlich machen, dass da ein Thema ist, mit dem es sich auseinander zu setzen gilt?
Zum Beispiel Dienstagfrüh: Die Agenturen melden pünktlich zum Sonnenaufgang, der Monat März sei laut des EU-Klimawandeldiensts Copernicus der wärmste in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Ein weiterer Monat also, in dem das 1,5-Grad-Ziel von Paris gerissen wurde. Und das schon zum 20. Mal. Besorgniserregend, oder? Ja, klar.
Auf der morgendlichen Redaktionskonferenz: Schweigen, Seufzen, Kopfwiegen. Keine Nachricht, eigentlich. Kann man im April bestimmt auch noch irgendwie kommentieren. Ein Kollege merkt pflichtschuldig an, dass der Klimawandel natürlich ein Thema bleiben werde.
Wie berichtet man immer wieder neu über ein Thema, das wir Gefahr laufen zu überhören, weil wir uns an den Daueralarmton längst gewöhnt haben? Klar, das ist unser Job, Sie haben auch anderes zu tun, aber sagen Sie gerne, was Ihnen in der taz eigentlich schon immer mal gefehlt hat zum Thema Klimwandel: post@taz.de.
Natürlich haben wir dann auch am Dienstag nicht nichts gemacht zum wärmsten Monat März. Finden Sie den Satz zur Nachricht im Blatt? Kleiner Tipp, wir haben ihn auf der Meinungsseite in einem Kommentar zu einem verwandten Thema versteckt. Und nächsten Monat, im bestimmt heißesten April, sitzen wir wieder da und schwitzen: Was tun mit dem Klimawandel?
Anna Klöpper
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