taz🐾lage:
Klicken im Kamin
Weihnachten ist weit weg, die Heizsaison hört auf, trotzdem diskutierte am Dienstag ein Dutzend tazler*innen des Online-Ressorts in ihrer Klausur über den „Kamin“. Was zur Hölle soll das sein?
Das ist Mediensprech für die Liste der Beiträge, die Redaktionen meist mit viel Liebe auswählen und auf die Startseite stellen. Klar ist: Dort erscheinen früher oder später alle Texte, die die taz druckt. Flexibel ist aber: Wie viele Stunden bleiben die Beiträge im Kamin? Sollten sie räumlich getrennt werden, wenn ja, durch wie viele Schwerpunkte? Das sind graue Kästen mit mehreren Beiträgen zu einem Thema, etwa „Krieg in Nahost“. Und wie viele Beiträge gehören gleichzeitig in den Kamin?
Mal stehen darin bis zu zwölf, was etwa Ressortleiter Gereon Asmuth gut findet, der „sehr am Kamin hängt“ – hat er deshalb Schulterprobleme? Spaß beiseite, sein Argument dafür lautet: Die taz sei eine Autorenzeitung mit tollen, teils nischigen Themen. Sind diese nicht im Kamin, also auf der Startseite, bekommen sie kaum Klicks. Es kontert Kollege Daniel Bax, er wolle lieber gleich zur Sache kommen, also auf der Startseite oben maximal drei „tazzige“ Texte und dann direkt die Topnachrichten des Tages in Schwerpunkten. Was denkt der Rest des Ressorts? Eine Umfrage endete unentschieden.
Und was denken Sie, liebe Leser*innen? Mögen Sie online lieber einen langen oder einen kurzen Kamin? Lotte Laloire
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