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taz🐾lageGleiche Rechte für alle: die taz-Themenwoche Emanzipation

Sollten die Wahlumfragen zutreffen, könnte die Ampel, die sich selbst „Fortschrittskoalition“ nannte, bald einer Rückschrittskoalition weichen. Angeführt würde diese von CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz, der unlängst sagte, Frauen seien „nicht so selbstbewusst wie Männer – und mit Ministerposten täte man ihnen keinen Gefallen“. Seine Partei lehnt das Selbstbestimmungsgesetz ab und weigert sich, mehr Plätze in Frauenhäusern zu schaffen. Merz selbst hält am Paragrafen 218 fest, obwohl die Mehrheit der CDU-Wähler*innen eine Reform des Abtreibungsparagrafen befürwortet.

Nicht nur in Sachen Geschlechtergerechtigkeit droht ein Rückschritt, auch die Migrationspolitik würde unter Merz drastisch härter werden. In der vergangenen Woche legte der CDU-Kanzlerkandidat es darauf an, die Brandmauer zur AfD im Bundestag endgültig einzureißen (siehe Seite 3).

Doch es regt sich Widerstand: Am Wochenende demonstrierten über hunderttausend Menschen in Deutschland gegen rechts. Und sogar politischer Fortschritt ist noch möglich. Der Bundestag stimmt in seiner letzten Sitzungswoche vor der Neuwahl noch über progressive Vorhaben der Ampelkoalition ab: Das Gewalthilfegesetz, das Frauen besser vor geschlechtsspezifischer Gewalt schützen soll, könnte durchkommen, ebenso der gestaffelte Mutterschutz nach Fehlgeburten.

Die taz schaut in der Themenwoche Emanzipation dahin, wo Menschen für gleiche Rechte kämpfen – in der Zivilgesellschaft, in der Politik, im Inland genauso wie im Ausland. Denn zur Wahl steht die Zukunft der offenen Gesellschaft.

Luisa Faust

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen