schneller vorlauf: Armer Reporter
Journalist ist ein schwieriger und harter Beruf. Wir Medienmenschen haben’s nicht leicht im Alltag. Das ist kein Grund, zu heulen oder sich von der Brücke zu stürzen, ein Thema für einen Film ist’s allemal. Dramatisch wird das Journalist-Sein dann, wenn man frei nach der „Wallraff-Methode“ in die Rolle eines anderen schlüpft. Genau das macht Jack Nicholson in „Beruf: Reporter“ von Michelangelo Antonioni. Nicholson spielt den britischen Fernsehjournalisten David Locke, der in einer schweren Identitätskrise steckt (auch nicht gerade ungewöhnlich für einen Journalisten) und (deshalb?) die Identität eines Toten annimmt. Antonionis Film handelt von der Unmöglichkeit, hinter der Fiktion der Medien eine eindeutige Wahrheit zu erkennen. Zum 90. Geburtstag des berühmten Regisseurs Antonioni („Blow up“) läuft „Beruf: Reporter“ heute um 22.45 im BR.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen