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schluss mit gemütlichCafés sind zum Gucken da

Was man in einem Café zu suchen hat? Na? Sitzen, gucken, Kaffee trinken, gucken. Immer nur gucken. Auch mal aufs Smartphone. Aber Zeitungen lesen, so wie einst, wie legendär in Wiener Cafés? Nee, die Eindrücke von Passantinnen und Passanten sind doch viel interessanter. Was tragen sie?, warum reden sie so trüb?, warum laufen sie so schnell oder schlurfend oder staksig? Das mit Menschen bevölkerte Leben ist immer irgendwie wie Kino ohne fixierten Plot: wie ein tschechischer oder färöischer Experimentalfilm in zwölf Teilen à 30 Minuten. Ich werde nie satt ob dieser Impressionen.

Jan Feddersen, Redakteur für besondere Aufgaben und diese Seite. Kuratiert das taz lab und die taz Talks. Seit 1996 bei der taz in Berlin.