schluss mit gemütlich: Cafés sind zum Gucken da
Was man in einem Café zu suchen hat? Na? Sitzen, gucken, Kaffee trinken, gucken. Immer nur gucken. Auch mal aufs Smartphone. Aber Zeitungen lesen, so wie einst, wie legendär in Wiener Cafés? Nee, die Eindrücke von Passantinnen und Passanten sind doch viel interessanter. Was tragen sie?, warum reden sie so trüb?, warum laufen sie so schnell oder schlurfend oder staksig? Das mit Menschen bevölkerte Leben ist immer irgendwie wie Kino ohne fixierten Plot: wie ein tschechischer oder färöischer Experimentalfilm in zwölf Teilen à 30 Minuten. Ich werde nie satt ob dieser Impressionen.
Jan Feddersen, Redakteur für besondere Aufgaben und diese Seite. Kuratiert das taz lab und die taz Talks. Seit 1996 bei der taz in Berlin.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen