: neue filme 11’09’’01–September 11
F 2002. Regie: Ken Loach, Mira Nair, Sean Penn, Claude Lelouch u.a. 130 Min.
Seit dem 11. September 2001 lässt sich Aufrüstung auf vielen Feldern beobachten: zuallererst ganz real, da in internationalen Konflikten die militärische die politische Logik zu verdrängen sich anschickt. Dann auf dem Feld der Rhetorik, wo Freund und Feind, Gut und Böse zu unhintergehbaren Kategorien werden. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ – so endet jedes Gespräch. Was einmal Diskurs war und damit potenziell uneindeutig, streitbar – ein klar konturiertes, Gemeinschaft konstituierendes „Wir“ beispielsweise –, gilt wieder als feste Größe. Es ist vor diesem Hintergrund erfreulich, wenn elf Filmemacher auf Initiative des französischen Produzenten Alain Brigand elf Kurzfilme drehen, die sich mit dem 11. September 2001 befassen. Allein dadurch, dass „11’09’’01“ elf Perspektiven miteinander konfrontiert, wird das Eindeutige zurückgeführt ins Uneindeutige, wird die militärisch-monolithische Bildlogik zugunsten der politischen aufgegeben. Das umso mehr, als der Film selbst zeigt, wie wenig die Dinge für sich stehen, wie sehr sie abhängen von ihrer Umgebung, von ihrem Gegenüber.
Filmkunst 66, FT am Friedrichshain, Neues Off
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