meinungsstark:
Berichterstattung in der taz fehlt
Sparmaßnahmen bei PsychotherapieLiebe taz-Redaktion, ich bin enttäuscht, dass ihr euch dieses Themas nicht angenommen habt bisher, trotz einer Wahnsinnsmobilisierung unter anderem des Psychotherapieverbunds (über eine halbe Million Menschen haben innerhalb von wenigen Tagen unterschrieben gegen den „Todesstoß für die ambulante Psychotherapie“) vor der bitteren Entscheidung des Bundestags am 10. Juli. Bis auf die Kolumne von Waltraud Schwab, die sich aber hauptsächlich auf Kinder bezieht, findet sich nichts zu den Folgen für einen gesamten Berufszweig und die extreme Verschärfung der bereits bestehenden Unterversorgung psychisch Erkrankter.
Was auch fehlt, ist die Zusammenschau aller diesbezüglicher Änderungen, die mit dem Beitragsstabilisierungsgesetz beschlossen wurde. Die Deckelung der Anzahl der Sitzungen pro Woche und die Honorarkürzungen sind das eine. Die Streichung der vor Jahrzehnten vereinbarten Mindestvergütung ist jedoch der letzte vernichtende Stoß. Ich kenne eine Kollegin, die einen halben Kassensitz zugesprochen bekam, auf den sie sich vor Monaten beworben hatte, und sich im Zulassungsausschuss der KV dagegen entschied, diesen anzunehmen aus berechtigter Sorge davor, sich zu verschulden. Gerade jetzt gehen viele PsychotherapeutInnen in Rente, es werden Sitze unbesetzt bleiben und damit noch viel mehr Therapieplätze verloren gehen als ohnehin schon.
Swantje Schneider, Hamburg
Vom Hochwasser im Osten lernen
„Unser größtes Problem war nicht der Extremregen“, taz vom 14. 7. 26
Vielleicht darf ich daran erinnern, dass es bereits 2002 und 2013 großes Hochwasser im Osten gab. Ich habe tatsächlich das Gefühl, das die Geschichte des Ostens nicht mit der Geschichte des Westens kompatibel ist und deshalb weitgehend verschwiegen werden soll.
Aus den genannten Hochwassern hätte man bereits Erkenntnisse ziehen können, die im Ahrtal sicher einige Leben gerettet hätten. Angefangen mit einen Sirenensystem, dessen Signale bereits an der Schule gelehrt und damit allgemein bekannt sind. Bis heute wird dieses System nur halbherzig in die Öffentlichkeit getragen. Jedes LRA sollte einen Katastrophenplan in der Schublade haben, der sofort auch nur von einer Person in Gang gesetzt werden kann. Ich bin mir nicht sicher, dass wir in Deutschland lernfähig sind. Schon der Blick auf die gesetzlichen Maßnahmen zur Verhinderung des Klimaschutzes raubt mir jede Hoffnung.
Bernd Voit, Chemnitz
Gegen die Resignation
„Von „Scheiß“-Blockaden bis „AfD verbieten“
taz vom 8. 7. 26
Über die Berichterstattung über den Erfurter Parteitag war ich sehr enttäuscht. Der großartige Erfolg, für den hauptsächlich die Organisatoren von Widersetzen und Zusammenstehen verantwortlich sind, wurde nicht entsprechend gewürdigt.
In Zeiten, wo die Depression wegen der Erstarkung der AfD immer mehr zunimmt, hätte ich mir gewünscht, dass die taz den Blick auf die Zehntausenden gerichtet hätte, die trotz der ständig formulierten Bürgerkriegsfantasien der AfD und rechten Presse nach Erfurt gekommen sind und ein großes „Demokratiefest“ in Erfurt gefeiert haben mit, Demonstrationen, politischen Reden, Musik, und nicht zuletzt persönliche Kontakte geknüpft haben. Der Fokus der taz lag im Wesentlichen darauf, ob Blockade sinnvoll ist oder nicht, beziehungsweise dass der AfD-Parteitag durch die Blockaden nicht verhindert werden konnte.
Dabei hat die taz den überwältigenden fröhlichen Widerstand eines breiten Bündnisses (von Kirchen, DGB, Verdi, Zivilgesellschaft) sowohl der Erfurter als auch der Zugereisten aus dem Blick verloren. Die Teilnehmenden haben das Zusammenstehen als Ermutigung erlebt. Solche Erfahrungen sollten unbedingt geteilt werden, um nicht in Resignation zu versinken. Gisela Klein, Berlin
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