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meinungsstark

Militärische Prägung

„Die Fußballsprache ist genauso alt wie der Fußball selbst“, taz vom 29. 6. 26

Zu Recht hat Simon Meier-Vieracker darauf hingewiesen, dass die deutsche Fußballsprache von ihren Anfängen militärisch geprägt war. Mir ist das in meiner österreichischen Kindheit aufgefallen, obwohl dort (wie in der Schweiz) die englischen Fachausdrücke beibehalten wurden. Aber auch in Österreich spielten Ausdrücke wie „Bomber“ und „Bombenstimmung“ eine große Rolle. Mir als Kriegskind fiel unangenehm auf, dass damals immer noch vom „Länderkampf“ die Rede war. Heute ist dieser Begriff zwar durch „Länderspiel“ ersetzt worden, aber auch dies sollte hinterfragt werden. Denn die „Länder“ (repräsentiert durch Namen und Herkunft) treten in den einzelnen Teams in bunter Mischung auf. Anstelle von „Nationalmannschaft“ wäre „Staatsmannschaft“ der korrekte, wenn auch gewöhnungsbedürftige Ausdruck.

Johannes Feest

Infantinos selbstverliebte Texte

„Das WM-Tagebuch des Fifa-Präsidenten“, WM in der taz

Tausend Dank für die wunderbare tägliche Kolumne unseres verehrten Fifa-Präsidenten! Dabei umschiffe ich die Sportberichterstattung stets großräumig (mit Ausnahme von Müllenders Golf-Kolumnen). Aber die selbstverliebten Texte von Gröfaz Infantino (größter Fifa-Chef aller Zeiten) toppen das noch – danke!

Gisela Graf, Magdeburg

Echte Emotionen und Freude

„Dämlicher deutscher Hochmut“ taz vom 30. 6. 26

Deutschland ist raus. Nun wird wieder fleißig analysiert, diskutiert, nach den Ursachen gesucht. Wahrscheinlich muss am Ende der Trainer gehen – das ist bei uns ja fast schon Standard. Was der Mannschaft in Übersee auf jeden Fall fehlte, war das Feuer. Dieser unbedingte Wille, um jeden Ball zu kämpfen. Schaut man auf die Underdogs wie Paraguay, Ecuador und Curaçao oder auf Teams wie Norwegen und Argentinien, sieht man genau das. Die Spieler rennen, als gäbe es kein Morgen, kämpfen um jeden Ball und feiern ihre Tore wie F-Jugendliche beim ersten Turniersieg. Echte Emotionen, echte Freude – genau deshalb schaut man ihnen so gern zu. Bei unserer Mannschaft wirkte dagegen vieles kühl und kontrolliert. Manchmal hatte ich sogar den Eindruck, dass die Frisur zuverlässiger saß als das Passspiel. Zugegeben, das ist etwas unfair. Denn natürlich haben die Nationalspieler alles gegeben. Trotzdem fehlte etwas, das man weder trainieren noch kaufen kann: echter Teamgeist und echte Leidenschaft. Auf dem Platz stand – zumindest nach meinem Eindruck – keine Mannschaft, sondern elf Einzelspieler im gleichen Dress.

Achim Bothmann, Hannover

Wegwerfmentalität

„Mehr Recht auf Reparatur“ taz vom 26. 6. 26

Das ist mir zu viel des Lobs für Umstände, die in der Realität nicht wirklich zu finden sind. Ich arbeite seit 2020 in einem Repaircafe – was dort geleistet wird, ist sicher lobenswert, aber es ist nicht einmal ein Mikrotröpfchen auf den heißen Stein der Wegwerfmentalität. Trotzdem tue ich mit. Auf rein privater Ebene repariere ich Trockner, Spülmaschinen, Waschmaschinen und Kaffeevollautomaten. Meine bislang älteste Maschine vor Weihnachten, war eine 20-jährige Spülmaschine aus 2005. Heute habe ich jemanden erlebt, der seine 5 Jahre alte Spülmaschine weggibt, weil sie eine Undichtigkeit hat. Er vertraut meinem Reparaturangebot nicht. Ich vermute, es wird keine 5€ kosten und ist in 5 Minuten erledigt. Ich habe 2024 einen Defekt an meiner Tefal Actifry gehabt. In Deutschland gibt’s keine Ersatzteile vom Hersteller. Aber eine Reparaturgarantie: pauschale 150 € – das Gerät kostete 90. Bei Ebay gibt’s fast alle Ersatzteile aus Großbritannien. Aber nicht in der EU! Ich habe den Glauben an den Willen zu wirklichen Verbesserungen verloren.

Harald Heinz

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