: kreml gegen presse
Die Hintergründe
Noch während der Glasnost-Kampagne von Michail Gorbatschow erhielten die Moskauer Nachrichten, Ogonjok und andere sowjetische Zeitungen die faktische Unabhängigkeit von der Parteikontrolle. Kurz von dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 entstanden der Hörfunksender Echo Moskwy, die Tageszeitung Nesawisimaja Gazeta u. a. unabhängige Medien. Nach einer relativ kurzen Zeit finanzieller Unabhängigkeit wurden sie (1993–1994) unter wenigen Finanzmagnaten aufgeteilt. Das einstige sowjetische Erste Fernsehen ORT und die Nesawisimaja Gazeta kontrollierte Boris Beresowski, der neue NTW-Sender und das Echo Moskwy gehörten zum Media-Holding von Wladimir Gussinski. Nach seinem Wahlsieg 2000 erklärte Putin einen Kampf gegen die Allmacht der Oligarchen und ließ die Staatsanwaltschaft gegen Gussinski und Beresowski ermitteln.
Dem halbstaatlichen Konzern Gasprom wurden per Gerichtsbeschluss große Aktienanteile von NTW überschrieben. Die meisten seiner Journalisten gingen zu TW 6, das bis Januar 2002 Boris Beresowski gehörte. Sein Aktienpaket des Fernsehsenders ORT musste Beresowski im vorigen Jahr dem kremlnahen Unternehmer Roman Abramowitsch übergeben. Von den unabhängigen elektronischen Medien geht nur noch Echo Moskwy auf Sendung.
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