: eine sippe von geiselnehmern
Wer ist der Drahtzieher des Musical-Kommandos?
Tschetschenische Rebellen haben immer wieder mit spektakulären Geiselnahmen auf sich aufmerksam gemacht. Das Kommando in Moskau scheint nun einen Nachwuchskader zu haben, der für den russischen Polizeichef der abtrünnigen Kaukasusrepublik ein unbeschriebenes Blatt ist. Der 25-jährige Mann nennt sich Mowsar Barajew (siehe Foto). Sein Name ist noch nie im Zusammenhang mit dem russisch-tschetschenischen Konflikt gefallen.
Immerhin hat der junge Mann prominente Verwandte. Sein Onkel Arbi Barajew galt bis zu seinem Tod im letzten Jahr als einer der grausamsten Militärführer. Auf sein Konto geht die Enthauptung von vier westlichen Telekommunikationsexperten 1998. Er habe für die Freilassung der Männer 10 Millionen Dollar verlangt, berichtete eine überlebende fünfte Geisel später der BBC. Als ihm arabische Freunde für die Tötung der Briten und Neuseeländer das Dreifache geboten hätten, sei er darauf eingegangen. Arbi Barajew befehligte rund 300 Kämpfer. Seine weitläufige Familie – eine „verrückte Horde“ (BBC) – verdiente ihr täglich Brot durch Ölgeschäfte, Straßenkontrollen und Geiselnahmen.
Hintermann des jungen Anführer im Moskauer Musicaltheater sei möglicherweise ein einflussreicher tschetschenischer Kommandeur, spekuliert die russische Agentur Interfax. Dem Anführer selbst seien nur etwa „fünf bis sieben“ Kämpfer „treu ergeben“. M. BRAUN
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