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die stimme der kritikBetr.: Konditionstraining

SPORT MACHT MOBIL

Das dürfte der KERNGEDANKE sein: Weitermachen oder umkehren? Es ist doch so: Auf dem langen Marsch zu sich selbst wird der politische Mensch unbeweglich. Wie EHEDEM Joschka Fischer.

Einst Straßenkämpfer, Lebendtonne, Außenseiter. Heute Leichtfuß, Dreiteilträger, Außenminister. Als er seinem Tagebuch anvertraute: „Ich hatte mich fast schon aufgegeben“, war er uns nah. Ganz nah. Verdammt lang her. Er läuft. Zwischen Pretoria und New York, von Lissabon nach Kairo.

Wir in Berlin stehen vor dem Spiegel: Barrikadenbau, Fasten nach der Kohl-Methode. Bewegungsmangel. Bloß keine Weinerlichkeit, wir sind doch keine müden Tagträumer. Unsere aufgeschlagene Fantasie fürchtet nichts: Ex-Freund, Geld, Liebe. Uns drängt es ins Leben. Noch nie ist der Drang elementarer gewesen. Unseren Aufbruch können wir riechen. Jeden Montag zwischen sieben und halb neun.

In der Umkleidekabine greifen wir BEHERZT in die Tüte der Vergangenheit und streifen den Igel über. Er kam in den frühen 80ern als T-Shirt zu uns. Westberlin, Winterfeldtplatz, die Alternative LISTE war noch nicht bündnisgrün und Heinrich Lummer übte Napoleon auf dem Besetzerbalkon. Rücksichtslos rennen wir im Kreis, schwingen Hanteln und klappen die brettharten Bauchfalten zusammen. Der Schweiß fließt und macht den IGEL ganz nass.

Nicht weinen, kleines Stacheltier. Wir drehen jetzt ein paar Runden wie Joschka Fischer. Wir laufen ihm doch nicht hinterher. Und sind auch nicht so alleine wie er. Das macht uns glücklich. Wir hecheln nicht aus Zwang. Den süßen Zustand der Endorphine erreichen wir als restGRUPPE. Wir sind nicht einfach die versprengten Übriggebliebenen von gestern. Wir sind unserer selbst sicher. Wir verwandeln das Bedürfnis nach Bewegung in die Erkenntnis der Tat. Die Gruppe WILMERSDORF gibt eine schweißtreibende EINLAGE und zeigt keine Angst vor dem selbst verwalteten sportVEREIN. Seit langem liegen wir ganz weit vorn. Wie damals Onkel Werner und Tante Elfriede. Er Fußball. Sie Gymnastik. Beide mit einem außerordentlichen Gespür für Zeitgeist und kommende Trends. So wie wir heute. Wir halten uns fit. Für die nächste Bewegung. ANNETTE ROGALLA

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen