: die glaubensgemeinschaft
Harmonie, Liebe und Isolation
Die christlich-jüdische Gemeinschaft „Zwölf Stämme“ wurde vor etwa 25 Jahren in den USA gegründet und hat in Deutschland knapp 100 Mitglieder. Der Name kommt von den zwölf Stämmen Israels in der Bibel. Ein Großteil der wie Späthippies aussehenden „Brüder“ und „Schwestern“ lebt seit Sommer 2000 in Klosterzimmern, einem Zisterzienserkloster im bayrischen Schwaben. Mit dem Geld eines Ehepaares der Gemeinschaft erwarben sie das 18 Hektar große Gelände. Zehn „Brüder“ der Gemeinschaft montieren „draußen in der Welt“ Küchen und tragen nach Angaben der Gemeinschaft so die monatlichen Fixkosten.
Die Mitglieder der Gemeinschaft sind polizeilich gemeldet, sie machen von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch, beziehen weder Sozialhilfe noch Arbeitslosengeld und verzichten auf eine Sozialversicherung. Es liegt jedoch im Ermessen jedes Einzelnen, bei ernsthaften Erkrankungen normale Ärzte zu konsultieren. Kontakt mit den 1.900 Einwohnern des nahe gelegenen Dorfes Deiningen gibt es kaum. Für Aufsehen sorgt die Weigerung der Gemeinschaft, ihre Kinder auf staatliche Schulen zu schicken.
Für den Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche Bayerns, Wolfgang Behnk, sind die „Zwölf Stämme“ eine Sekte. In einem Bericht über die Gemeinschaft schreibt er: „In dem Bestreben, unter ihren Mitgliedern Harmonie und Liebe zu sichern, bedient die Gemeinschaft sich der Mittel geistiger Bevormundung, kollektiver Vereinnahmung, hierarchisch-autoritärer Unterwerfung, disziplinarischer Repression und sozialer Isolation.“ WAHN
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