: der beobachter
Wolfgang Wieland
Der Rechtsanwalt Wolfgang Wieland (52) ist Fraktionsvorsitzender und innenpolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus sowie Vorsitzender des Republikanischen Anwaltsvereins und hat die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten am 1. Mai in Kreuzberg beobachtet. Schon 1987 war Wieland Augenzeuge des so genannten Kreuzberger Kiezaufstandes, auf den die Tradition der Revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen zurückgeht. Bis spät in die Nacht versuchte die Polizei damals vergeblich, die Hoheit über Kreuzberg zurückzugewinnen – für den Abgeordneten ein regelrechter „Bezirksaufstand“. In den heutigen Straßenschlachten sieht Wieland dagegen nicht mehr als einen „lächerlichen Möchtegern-Riot“. Den Demonstranten wirft der Fraktionschef vor, abgehoben von der Bevölkerung des Bezirks Kreuzberg zu agieren und selbst wahllose Gewalt – zum Beispiel gegen soziale Einrichtungen – nicht zu verhindern.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen