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das wetterBier von unten

Die Bierfürstin trug ihr goldenes Kostüm, als ob sie eben erst aus einer federnden Kutsche gestiegen war. Hoch erhobenen blaublütigen Hauptes rauschte Maria Magdalena von Zisch mit ihrer üppigen Schaumkrone an den Schaulustigen vorbei. Und doch war die Zischerin, wie sie allüberall liebevoll genannt wurde, nicht glücklich. Denn eines hatte die verhopfte Prinzessin noch nie gesehen: Bier von unten. Wie gern wäre sie eine Fröschin, die das Gegorene bodenständig betrachtete. Musste sie erst eines auf ex hinab- und selbst stürzen? Doch einen Durst hatte die Bierfürstin nie verspürt und nie löschen müssen. Und so besah sie sich allein von oben herab die feine und unfeine Welt, in der es unablässig stabil malzig-süß sprudelte. Das Bier von unten aber ließ sie nicht mehr los und stand für immer zwischen ihr und dem Wir. Und dem Wirt.

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