piwik no script img

das portraitMargareta Kozuch spielt lieber im Sand als in der Halle

Es war vor genau drei Jahren, als Margareta Kozuch dieses Gefühl beschlich. So ganz konnte sie es zunächst nicht einordnen. Bald aber spürte die in Hamburg geborene Volleyball-Nationalspielerin, dass sie der Trainingsarbeit in der Halle insgeheim längst überdrüssig geworden war. „Ich bin ein Mensch, der versucht, seinem Instinkt zu folgen. Was sagt mir mein Herz, mein Gefühl?“, sagt die Weitgereiste, die in Italien, Russland, Polen, Aserbaidschan und China für Spitzenklubs Volleyball spielte. Ihre Antwort: „Es ist Zeit, in den Sand zu gehen.“

Gesagt, getan. Nach der erfolgreichen Zeit beim italienischen Klub Pomi Casalmaggiore, die 2016 vom Gewinn der Champions League gekrönt wurde, wechselte sie vom Hallen- zum Beachvolleyball. Zwei Jahre lang spielte sie an der Seite von Karla Borger in Stuttgart. Dann erhielt sie ein Angebot, das sie nicht ausschlagen konnte.

Laura Ludwig, Olympiasiegerin von 2016 und Weltmeisterin 2017, fragte Kozuch, ob sie den vakanten Platz an ihrer Seite annehmen wolle. Ludwigs Partnerin Kira Walkenhorst hatte im vergangenen Januar wegen Schmerzen am Rücken, der Hüfte und den Rippen ihre Karriere beenden müssen.

Allerdings lief es im Zusammenspiel zwischen der 32 Jahre alten Kozuch und der ein Jahr älteren Ludwig in den ersten Turnieren nicht wie gewünscht. Das große Ziel, die Qualifikation für die WM, die in Hamburg vom 28. Juni bis 7. Juli stattfindet, gelang nicht auf sportlichem Weg.

Am 13. Mai profitierten sie davon, dass der Weltverband FIVB vier von sechs Wildcards an den Deutschen Volleyball-Verband vergab. Selbstredend ging eine dieser „Freikarten“ an Kozuch und Ludwig. „Ich habe so viel im Ausland gespielt und habe nun endlich die Gelegenheit, in meiner Heimatstadt an einem so großen Event teilzunehmen. Das ist schon sehr außergewöhnlich.“ Christian Görtzen

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen