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das portraitBaldur Burwitzlegt sich nicht fest

Eigentlich wollte Baldur Burwitz, neuer Quartierskünstler auf Hamburgs Veddel, ja Punkmusiker werden. Hat in diversen Bands den Bass gespielt und das Musikerleben genossen. Aber dann hat er Streit mit seinen Mitspielern bekommen, „weil man als Bassist ja nicht Leadgitarrist ist und mit seinen Ideen nicht so durchkommt“. Irgendwann wollte er dann lieber mit sich selbst hadern, als mit anderen zu streiten, hat in Braunschweig Kunst studiert, und von der Musik blieb nur das private Gitarrenspiel.

Als Künstler hat sich der heute 46-Jährige dann nie so festgelegt, nennt sich eher Ideen- als Konzeptkünstler und schafft seine Installationen und Interventionen für jeden Ort neu.

Dieser Ort heißt seit dieser Woche „Hamburger Veddel“, wo ihn die Wohnungsgesellschaft Saga für die nächsten zwei Jahre zum bereits fünften Quartierskünstler ernannt hat. Sein Atelier hat er schon bezogen und will jetzt mit den Bewohnern des Multikulti-Stadtteils ins Gespräch kommen.

„Island of beauty“ heißt sein Projekt, Mode soll das Thema sein. Ganz bodenständig will er die Menschen zum Mitmachen animieren und gemeinsam ein Kleidungsstück fertigen, auf das sich alle einigen können. Das im besten Fall Ausdruck Veddel’scher Identität ist.

Und natürlich wird es zum Schluss eine Performance geben, bei der viele dieses Kleidungsstück tragen. Ein bisschen fühlt man sich an sein Altonaer Projekt „Street of Beauty“ erinnert, bei dem er 100 Menschen in weiße Anzüge steckte, aber wiederholen wolle er sich natürlich nicht, sagt er.

Überhaupt klingt das Projekt überraschend leise, wenn man bedenkt, dass er in Hamburgs Gängeviertel mal eine Abrissbirne brachte und genau jene Abriss-Absichten der Stadt persiflierte, gegen die sich die Künstler wehrten.

Burwitz kann also durchaus auch „laut“, aber vielleicht ist das nicht gewollt. Vorgänger Boran Burchhardt hatte nämlich eine Häuserfassade des Viertels golden angestrichen und für massig Provokation gesorgt. Mit Burwitz’eher harmlosem Projekt ist erst mal Ruhe im Karton. Petra Schellen

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