das körperdetail: Ein schöner Rücken muss auch glücken
Die Kunst bei einem Flickflack-Einwurf ist es, den Körper gezielt über den Ball zu bringen, einen geraden Rücken zu haben, damit man den Schwung in Kraft umsetzen kann und der Ball möglichst weit fliegt. Der Rücken des iranischen Spielers Milad Mohammadi dagegen neigt dazu, gebeugt und eben nicht gerade zu sein, wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist. Ein gebeugter Rücken ist, das wissen wir alle, auf Dauer nicht gesund. Und hat gelegentlich zur Folge, dass ein Flickflack-Einwurf scheitert. So wie der von Milad Mohammadi im Spiel gegen Spanien.
Die Szene: Kurz vor dem Einwurf, als Iran 1:0 gegen Spanien zurücklag, küsste Mohammadi den Ball noch innig – durch einen langen Einwurf sollte eine Torchance zustande kommen.
Dann hatte er zwei Optionen: Entweder ein langer Einwurf über die Armkraft, wie ihn der Isländer Aron Gunnarsson wirft oder ein akrobatischer Wurf, wie ihn die Brasilianerin Leah bei der U20-WM vor zehn Jahren praktizierte. Er entschied sich für die artistische, für die akrobatische Variante des Flickflacks. Doch Mohammadi gelang diese Form nicht. Er vollzog zwar die Rolle, doch war sein Rücken nicht so gerade, wie er nun mal sein muss. Sein Körper prallte mit Schmackes auf den Boden, als ob ein Sumoringer auf eine Matte gestoßen würde. Mohammadi brach ab und warf normal ein. Ein Fußballer ist nun einmal kein Turner. (jlc)
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