das ding, das kommt: Passagiere auf Papier
Foto: Kürschner/ Wikimedia Commons
Groß genug ist es gerade mal für Winzlinge wie Hans Christian Andersens einbeinigen, aber dennoch so standhaften Kunstmärchen-Zinnsoldaten. Besonders sicher war dessen Rinnstein-Fahrt im Boot aus gefaltetem Papier nun aber auch nicht, auf der Suche nach der ebenfalls papierenen Tänzerin, in die er sich verliebt hatte, kenterte er, wurde vom Fisch gefressen – und am Ende schmelzen beziehungsweise verbrennen Zinnsoldat und Papierdame im Ofen, achtlos hineingeworfen von einem Jungen: „Kein Kindermärchen“ war die deutsche Andersen-Übersetzung von A. Graf Baudissin 1841 deshalb auch untertitelt.
In Cuxhaven aber ist man sich sicher: Die Grundschüler*innen, die dort in den kommenden Monaten – in Kooperation mit dem Museum „Windstärke 10“ – fast zwei Meter große Papierschiffe herstellen, besteigen und damit in See stechen sollen, sie werden sicher und gesund wieder an Land kommen. Schließlich ist das Vorbild der aus Papier und Kleister gebastelten Schiffchen ein echter, ausgewachsener Seenotrettungskreuzer: die „Hans Lüken“. Die Gussschale, ja: so wie beim Zinnsoldaten, stellt der Diplomingenieur und Modellbauer Ulrich Nehls zur Verfügung. Bisher hat er damit Strömungsmessungen durchgeführt.
Fünf „Papierboote XXL“ sollen nun also bis zu den Sommerferien fertig werden und dann in einem großen Event auf ihre Seetauglichkeit getestet werden. Zuvor, klar; bunt bemalt und hübsch dekoriert. Denn das wird gekürt und anschließend im erwähnten Wrack- und Fischereimuseum ausgestellt. Und wo schon Papier im Spiel ist, ist es nur ein kurzer Weg bis zu einer Botschaft: Zeigen soll das ganze Unterfangen, wie weit man mit nachhaltigen Baustoffen kommen kann. (matt)
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