piwik no script img

das detailSt.-Pauli-Trikot, das

Profifußball und Ideologie, eine zweischneidige Sache. Beim ersten Stadtderby in der 2. Liga zum Beispiel fiel die HSV-Fankurve mit dem Banner „Wir sind die Arbeiterklasse!“ auf. Ein etwas anders gelagerter Fall hat sich jetzt auf Instagram zugetragen: Dort zeigte sich Brasiliens leicht abgehalfteter Superstar Neymar am Freitagabend ausgerechnet in einem Trikot des FC St. Pauli. Zugegeben, das sah gut aus und gefiel auch vielen seiner, äh, 229 Millionen Follower. Vielen aber auch nicht, weswegen das Foto inzwischen wohl wieder verschwunden ist: Zahlreiche Nutzer wiesen auf das antifaschistische, antirassistische und antisexistische Engagement des Bundesligisten aus Hamburg hin, das ein Widerspruch zu Neymars bisherigen politischen Botschaften ist. So hatte der Spieler des FC Santos 2022 offen den rechtsgerichteten Kandidaten Jair Bolsonaro unterstützt. Aber gut, man sollte auch Multimillionären eine zweite Chance einräumen – und vielleicht läuft Neymar bald am Millerntor auf. Mit Werbung für den Regenwald auf dem Trikot. Uns gefiele das. Und der Hamburger Arbeiterklasse unter Umständen auch. (rh)

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 360 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen