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berliner szenenDie Mütze ist dem Friseur sein Tod

Ich fahre zum Putzbüdel nach Hamburg. In Berlin sind Friseure für Schnitte, die auch im Rauswachsen noch sitzen und zu mir passen, einfach nicht aufzutun. Ein Kurzhaarschnitt, ohne Scheitel, nur Façon muss sein, der Vokuhila, auch mal als Short Layer Haircut, ist in allen Variationen von jeher meiner. Nur in den Siebzigern habe ich ihn nicht getragen, meine einzige Zeit mit längerem Haar und Mittelscheitel. „Der Vokuhila ist die beknackteste Frisur überhaupt, aber dir steht sie“, sagt er öfter. Wir kennen uns seit 45 Jahren. Überflüssig zu erwähnen, dass ich Hamburgerin bin. Alles an Hamburg scheint mir mittlerweile etwas bieder, outdated, wenn modern, dann sehr streng, linientreu. Eine Berliner Freundin sagte mal: „Wenn ich einen halben Tag in Hamburg bin, schaue ich irgendwann an mir runter und denke, schlecht gekleidet.“

Ich schwöre auf den Friseur. „Ich glaube, ich habe eine Kälteallergie und muss deshalb die Mütze aufbehalten“, verkünde ich zur Begrüßung. „Okay, ich schneide dann nur zwischen Schal und Mütze.“ Ich lenke ein. „Also eigentlich bin ich noch gar nicht wieder fällig, aber letztens sind die Haare beim Abnehmen der Mütze wie aufgeladen hinterhergeflogen und haben sich gar nicht wieder legen können.“ Ich kann ja schlecht sagen, mich treibt die Sehnsucht hierher.

Er versteht. „Das ist ein Ärgernis. Frisur oder Mütze?“ „Ich brauche beides!“ „Geht nicht. Um ehrlich zu sein, die Mütze ist der Tod des Friseurs.“ „Die Mütze ist dem Friseur sein Tod?“, solche Weisheiten sollten einer spezielleren Grammatik folgen.

Trotz Bahnfahrt ist dieser Schnitt günstiger als das, was in Berlin zu haben ist, mit BahnCard 50 allerdings.

Wieder zu Hause sitzt alles perfekt. „Das Schönste an Berlin ist, wenn man wieder hier ist“, steht auf einer Karte am Küchenschrank, die mir eine Freundin zu Weihnachten gegeben hat. Silke Mohr

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