■ Zweiter Wahlgang abgesagt: Algeriens Militär stoppt Demokratie
Berlin (taz) — Der Demokratisierungsprozeß in Algerien ist in der Nacht zum Montag abrupt gestoppt worden. Nach dem erzwungenen Rücktritt des Präsidenten Bendjedid übernahm der vom Militär dominierte Sicherheitsrat die Macht. Sein erster Amtsakt: die zweite Runde der Parlamentswahlen wurde abgesagt; auch einen neuen Präsidenten sollen die AlgerierInnen zunächst nicht wählen dürfen. Die Islamische Heilsfront, die kurz vor der Regierungsübernahme stand, rief ihre Anhänger zur Ruhe auf und beriet an einem geheimen Ort über ihr weiteres Vorgehen. Im westlichen Ausland wurde das vorläufige Ende der algerischen Demokratie zum Teil mit unverhohlener Erleichterung aufgenommen. SEITE 9
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