■ Zur Person: Der Staatsanwalt und der Betrüger
Irgendwas muß Gert Postel, der falsche Arzt Dr. Dr. Bartholdy, an sich haben. Reihenweise habe er sich die Sympathien von JuristInnen erschlichen und daraus Kapital geschlagen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (siehe S. 28). Auch den ehemaligen Oberstaatsanwalt und Innenstaatsrat Hans-Georg von Bock und Polach habe Postel sich „geneigt gemacht“, schreibt die FAZ. Von Bock, ein leidenschaftlicher Verehrer von Janssen, habe Bilder des Zeichners angenommen, die ihm Postel überbracht hätte. „Das ist eine ganz hundsgemeine Entstellung“, wehrt sich von Bock. Gleichwohl räumt er die Annahme der Bilder ein. Postel hätte Janssen in Oldenburg regelmäßig besucht und ihm von Bocks „Hochachtung“ berichtet. Daraufhin habe Janssen von Bock 1987 mehrere Gertrudenheftchen mit der Widmung: ,Ihnen Hans-Georg von Bock und Polach „nur so“ oder auch per Gert Postel herzlich Ihr Janssen.' zukommen lassen. „Ich habe das Geschenk Janssens trotz der Überbringung durch Postel angenommen, weil ich es wegen des Charakters der Widmung, die auch durch die Bezeichnung „Ihr“ zum Ausdruck kam, als eine höchstpersönliche Zueignung durch ihn ansah“, erklärt von Bock. Vorteile hätte er Postel nicht gewährt. „Ich nehme für mich in Anspruch, der Staatsanwalt zu sein, der nach mehreren unzureichenden Anläufen am konsequentesten gegen Postel ermittelt hat.“ Postel wurde 1986 wegen Beleidigung und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er eine Staatsanwältin jahrelang belästigt hatte. Von Bock hatte die Einstellung des Verfahrens damals abgelehnt. kes
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