herzensort: Zum Toben in den 19-Hektar-Garten
Vier Brüder in einer Wohnung ohne Garten – das konnte nicht gutgehen. Wir spielten Fußball im Kinderzimmer, im Wohnzimmer trainierten wir Weitspringen und irgendwann erfanden wir ein Rugbyspiel mit einem Stoffigel. Regelmäßig beschwerten sich die Nachbarn, dass ihre Kronleuchter von dem Getrampel bald abstürzen würden, da fand meine Mutter die Lösung: Sie kaufte uns Jahreskarten für den Frankfurter Palmengarten, der gleich um die Ecke lag. Bald rannten wir fast jeden Tag über die Wiesen, zu den Spielplätzen und durch die Gewächshäuser dieses 19 Hektar großen Botanischen Gartens.
Abends, wenn die Tagesgäste gegangen waren, war es dort fast menschenleer. Wir packten Baguette, Butter, Hütchen und einen Fußball ein. Zwischen kleinem Weiher, Rosengarten und amerikanischer Steppe liefen wir zur Spielwiese, auf der nur ein einsamer Baum stand, schon aus der Ferne spähten wir, ob der Rasen fußballkurz gemäht war. Nach dem Picknick holten wir den Ball raus, stellten die Hütchen auf und spielten, bis es dunkel wurde und in der Ferne die Hochhäuser der Skyline zu leuchten begannen. Benjamin Fischer
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