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Allianz der Willigen
Ja, wir müssen im Gespräch bleiben.
Es nützt nicht viel, wenn Wenige Andere ausschließen.
Mehr machen, als Andere, ist nicht verboten.
Gut sind Erfolgsmodelle.
Derzeit gibt es in Deutschland einen Run auf Photovoltaik. Das ist gut. Auch der Durchschnittsbürger erkennt an, dass sich so Etwas " rechnen kann".
Dadurch kommt vielleicht der Eine oder die Andere KlimaschützerIn zu einem zukunftsorientierten Beruf.
So muss das auch deutschlandweit laufen, damit Deutschland mit regenerativen Energien vorangeht und andere Länder sehen, dass es funktionieren kann.
Wir haben nun eine Regierung, die Ziele in diese Richtung gesetzt hat und auch verfolgt.
Klar, dass in der derzeitigen Krise noch nicht Alles rund läuft. Doch wo liegen politisch und somit auch klimatisch die Alternativen?
CDU und FDP wollen zurück zur Atomkraft und z.B. fracking. Was " nicht in der Landschaft passieren soll " hat Ex Landwirtschaftsministerin Klöckner ja schon vorgetanzt ( Für Bienen sprechen, aber Pestizide zulassen).
Das geht doch alles in die falsche Richtung.
Wir müssen das zarte Pflänzchen Ampel pflegen. Da geht noch was. Konstruktive Kritik ist ja immer möglich.
Was wir in diesem Jahr allerdings erlebt haben, war nichts als destruktiv.
Abgesehen von den TraumtänzerInnen, die gleich das System ändern wollen, sollten die " Willigen" zusammen arbeiten, nicht gegeneinander.
Einfach mal Machen, statt Meckern.
p.s.: TraumtänzerInnenarmbinden sollten auch für NichtspieführerInnen erlaubt sein!
Beim Streit über den Krieg kann ein Blick auf die Lehren des Carl von Clausewitz hilfreich sein. Der ist heute so aktuell wie zu seiner Zeit.
Zukunft der Weltklimakonferenz: Mit Mängeln, aber unverzichtbar
Wegen magerer Ergebnisse regt sich zunehmend Kritik am Format der Klimakonferenz COP. Doch wichtige Verursacherstaaten auszuschließen, ergibt wenig Sinn.
Zahlen bitte! Forderung beim Klimagipfel Foto: Peter Dejong/ap
Die COP27 ist seit Sonntag Geschichte, die klimapolitischen Beschlüsse sind weitestgehend enttäuschend. So verpassten die Länder etwa eine klare diplomatische Kante gegen fossile Brennstoffe. Nur mit Müh und Not wurde das 1,5-Grad-Ziel der Paris-Vereinbarung von 2015 erneut mit aufgenommen. Der Konferenz wird lediglich zugutegehalten, dass ein Fonds zur Hilfe bei Klimaschäden geschaffen wurde.
Für die von der Klimakrise bedrohten Menschen ist die Wortwahl der Abschlusserklärung aber zweitrangig. Es zählen die Handlungen der Staatengemeinschaft. Und da sieht es mager aus. Die Industriestaaten hatten bereits vor 13 Jahren 100 Milliarden US-Dollar jährlich im Kampf gegen den Klimawandel zugesagt. Dieses Geld soll seit 2020 an den Globalen Süden fließen. Die OECD-Mitgliedstaaten überwiesen 2020 laut eigenen Angaben aber nur 83,3 Milliarden US-Dollar. Eine Untersuchung von Oxfam schätzt, dass davon nur etwa 21 bis 24,5 Milliarden effektiv bereitgestellt wurden. Was nützt der neue Fonds zur Hilfe bei Klimaschäden, wenn auch dieser wahrscheinlich unzureichend finanziert wird?
Wegen gebrochener Versprechen dieser Art und wegen der unambitionierten Abschlusserklärungen stellt die Klimaszene das Format Klimagipfel nun insgesamt infrage. Der Klimaexperte Mojib Latif spricht sich für ein völlig neues Forum aus – eine sogenannte Koalition der Willigen. Blockierende Länder wären dann nicht mehr dabei. Ohne Frage, die Ergebnisse wären ambitionierter.
Es ergibt trotzdem wenig Sinn, die Klimakrise unter Ausschluss wichtiger Verursacherstaaten zu verhandeln. Auf dem Klimagipfel trafen sich mehr als 190 Staaten, um über das Klima zu sprechen. Ein globales Forum ist wichtig. Das CO2-Budget für das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels wird in etwas mehr als sechs Jahren aufgebraucht sein. Dass sich bis dahin ein neues, handlungsfähiges Forum etabliert, ist unwahrscheinlich.
Fehler innerhalb des Formats beheben
Stattdessen müssen die Fehler innerhalb des existierenden Formats bekämpft werden. Zum Beispiel die Verhandlungskultur: Diese funktioniert auch über Kaffee, Kekse und face-to-face. Wenn aber die fossile Brennstofflobby den gleichen Kaffee trinkt, dann ist das problematisch. Diese stellte mit 636 Lobbyisten die größte Delegation. Auch weil die Verhandlungen jedes Jahr aufs Neue zwei Tage überzogen werden, benachteiligt das die kleinen Staaten. Das südamerikanische Guyana ist mit nur einer Person angereist. Diese kann unmöglich 48 Stunden durchverhandeln.
Die COP hat zweifellos Mängel, aber sie ist unverzichtbar.
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Klimakonferenz in Scharm al-Scheich
Kommentar von
Enno Schöningh
Autor*in
Redakteur beim taz Klimahub. Studierte im Bachelor Internationale Beziehungen und im Master Umweltphilosophie. Schreibt für die taz über Klima und Gesellschaftsthemen - am liebsten verbindet er beide. Bild: Kim Görtz
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