: Zotig, aber nicht hard-core
Die Angst vor Pornographie im Fernsehen peinigt nicht nur den Berliner Kabelrat, sondern macht sich auch im britischen Innenministerium breit. Während die „Erotik-Entscheidung“ über die Lizenzvergabe an eine Stuttgarter Pay-TV Gesellschaft des Kabelrates in Berlin auf Dezember verschoben wurde, bekommen die Briten seit kurzem Pornofilme via Astra-Satellit frei Haus geliefert. Der Sex-Service Club Verotique, der von Luxemburg aus operiert, wurde von einem Astra-Sprecher als „zotig, aber nicht hard-core“ bezeichnet und verstieße nicht gegen die eigenen Anstandsnormen.
Ein Sprecher des britischen Innenministeriums kündigte eine Beschwerde vor dem Europarat an, sobald die Rundfunkrichtlinie in Kraft getreten ist.
Innenminister Douglas Hurd hatte schon vor einem Monat damit gedroht, daß er jeden ausländischen Fernsehveranstalter „belangen“ werde, der Pornographie nach Großbritannien strahlt. Dazu der Astra-Sprecher: „Wenn ein ausländischer Satellit Pornofilme überträgt und andere Länder zugestimmt haben, dann gibt es absolut nichts, was das britische Innenministerium dagegen unternehmen kann.“
taz/epd
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