■ Medienschau: Zollunion hat sich bislang nicht gelohnt
Als wichtiger Meilenstein der Türkei auf dem Weg zur europäischen Vollmitgliedschaft wurde die Europäische Zollunion angepriesen, der die Türkei bekanntlich am 1. Januar letzten Jahres beitrat. Damit verbunden waren große Hoffnungen der türkischen Wirtschaft und Politik auf konjunkturelle Impulse. Die Bilanz nach einem Jahr Zollunion sieht jedoch gar nicht positiv aus, wie in einem Bericht der Cumhuriyet (Frankfurt) nachzulesen war: „Die berechtigten Hoffnungen, die türkische Wirtschaft könne in der Zollunion ihre Konkurrenzfähigkeit entscheidend verbessern, sind leider enttäuscht worden. (...) 1996 ist der Import aus EU-Ländern zwar um 50 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar gestiegen, im gleichen Zeitraum steigen die Exporte in EU-Ländern jedoch nur um 15 Prozent auf 22 Milliarden Dollar. Die negative Außenhandelsbilanz hat somit eine neue Rekordhöhe von 20 Milliarden Dollar erreicht, wobei für nachweislich 12 Milliarden Dollar der Beitritt zur Zollunion verantwortlich zu machen ist. Die Ausgleichszahlungen von 3,5 Milliarden Dollar sind aufgrund des griechischen Vetos noch immer im Verzug. Weit schlimmer ist jedoch, daß keine ernstgemeinten Versuche der anderen EU-Staaten unternommen worden sind, die griechische Haltung aufzuweichen. Was als Hoffnungsschimmer begonnen hatte, endete in einem regelrechten Fiasko.“ „Cumhuriyet“, 17. 3. 1997
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