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Zeit fürgroße Gefühle

Worauf wir uns bei dieser Weltmeisterschaft so richtig freuen können und worauf wir sehr gern verzichten würden

Eröffnungsspiele sind meist öde, taktisch geprägt, torarm und nach wenigen Tagen wieder vergessen. Die Angst vor einem Fehlstart ist größer als der Mut zum Risiko, weshalb der WM-Auftakt selten zu einem Fußballfest wird. Doch in diesem Jahr ist etwas anders. Gut, ein Spektakel zwischen Mexiko und Südafrika kann niemand versprechen. Aber wenn die Teams am 11. Juni im Aztekenstadion aufeinandertreffen, weckt das schöne Erinnerungen und ein warmes Gefühl der Nostalgie. Denn die südafrikanische Nationalmannschaft kehrt zurück auf die größte Fußballbühne.

Die „Bafana Bafana“ – übersetzt „die Jungs, die Jungs“, wie das Team genannt wird – ist erstmals seit 2010 wieder bei einer Endrunde dabei. Und schon wieder trifft Südafrika im Eröffnungsspiel auf Mexiko. Damals, als man selbst Gastgeber war, war die Partie der Startschuss für die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden. Die Erinnerung an jenen Tag ist bis heute präsent. Und wenn Siphiwe Tsha­balalas Traumtor im ausverkauften Stadion von Johannesburg vor dem inneren Auge auftaucht, erklingt auch sofort „Waka Waka“ von Shakira und „Wavin’ Flag“ von K’naan, begleitet vom monotonen Dröhnen der Vuvuzelas.

Ein Comeback der Plastiktröten in den WM-Stadien Nordamerikas ist jedoch ausgeschlossen. Die Fifa hat ihnen an allen Spielorten ein Sta­dion­ver­bot erteilt. Dennoch ist die Rückkehr der Mannschaft vom Kap der Guten Hoffnung, die sich in der Qualifikation überraschend gegen Nigeria durchgesetzt hat, eine wunderbare Geschichte, die vor allem schöne Erinnerungen hervorruft. Erinnerungen an ein Turnier, bei dem der „Lärm“ der Vuvuzelas noch als größte Ärgernis einer Weltmeisterschaft galt. Rico Setz

Schon wieder eine WM ohne Italien. Bin ich, als italophiler Mensch, traurig darüber? Nach dem deutschen Sieg im Elfmeterschießen gegen Italien im Viertelfinale der Euro 2016 habe ich es spontan krachen lassen. Da musste offensichtlich was raus, selbst bei mir, wenigstens eine übriggebliebene Silvesterrakete eben – und es war nicht die einzige in meiner Gegend. Nach den Niederlagen in den Halbfinals der WM 2006 und der EM 2012 war das für mich das Ende eines Zyklus. Seitdem bin ich ein ruhigerer Mensch, wahrscheinlich auch ein langweiligerer.

Ähnlich geht es mir als Bayern-Fan seit dem Sieg gegen Dortmund im Champions-League-Finale 2013. Weitere Erfolge brauche ich – um den scheußlichen Ausdruck mal zu verwenden – nicht wirklich. Ich bin satt, befriedigt – auch in Hinblick auf zukünftige deutsch-italienische Duel­le. Die ohnehin an Spannung verloren haben, seit die Serie A zur Rentnerliga abgestiegen ist, und die Azzurri ihren Biss verloren haben. Diese Fähigkeit, den Gegner dauerzublocken und dann eiskalt zu kontern, ihre machiavellische Kühle eben, die weiß, dass es im Fußball um Ergebnisse geht, dass es um das schockartige Zuschlagen geht wie einst 2012 durch Mario Balotelli.

Oder ging? Möglicherweise ist ja die allgemein verringerte Aufmerksamkeitsspanne schuld, dass der italienische Fußball nichts mehr reißt, nicht mehr mitreißt. Italien soll plötzlich unterhalten, wo es doch nur immer gewinnen wollte. Und das ja zumindest gegen Deutschland auch meistens getan hat. Aber wenn ich mir die italienische Aufstellung im entscheidenden letzten Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina noch mal anschaue, dann vermisse ich für die WM in den USA als Typ da niemanden außer vielleicht Gianluigi Donnarumma, den Torhüter. Ein neuer Zyklus der Azzurri hat zumindest für mich noch nicht begonnen. Was nicht bedeutet, dass er sich nicht gerade anbahnt, irgendwo auf einen staubigen Bolzplatz zwischen Bozen und Palermo. Ambros Waibel

Wegen seiner Aura ist Manuel Neuer also dabei bei dieser WM. So hat Bundestrainer Julian Nagelsmann begründet, warum er den 40-jährigen Altweltmeister als Torwart Nummer eins mitnimmt. An den Leistungen in dieser Saison kann es ja auch schlecht gelegen haben, dass Neuer den braven Oliver Baumann auf die Ersatzbank verbannt hat. Klar, da waren schon gute Spiele dabei, aber Neuer hat eben auch etliche Fehler gemacht. Wenn er überhaupt gespielt hat. Einem Leistungssportler in seinem Alter tut eben oft auch mal was weh. Zurzeit ist es die Wade. Oh weh!

Davor hat ihn seine Aura offensichtlich nicht bewahrt. Überhaupt – was soll das sein, diese Aura? Schießt da einer daneben, weil er sich denkt, es stehe ihm unwürdigen Wicht nicht zu, gegen den großen Manuel Neuer ein Tor zu erzielen? Und warum hat eigentlich diese Aura nicht gewirkt, als die Deutschen aus den vergangenen beiden WM-Turnieren schon nach drei Spielen rausgeschossen worden sind. Aber vielleicht hatte Manuel Neuer da ja noch keine Aura. Bloß wie war das dann 2014, als Neuer die Deutschen zum WM-Titel gehalten hat? Hatte er da bereits die Aura, die er dann zwischenzeitlich verloren hat, bevor sie ihn nun wieder aufs Neue umgibt?

Und wer ist überhaupt auf die Idee gekommen, Neuer zu bewegen, vom Rücktritt, den dieser ja selbst verkündet hat, zurückzutreten. War es der Bundestrainer? Oder ist die Bild-Zeitung schuld daran, dass Deutschland nun bei der WM nach jedem Gegentor eine Torwartdebatte führen muss? Manuel Neuer hat, wie es heißt, ein stattliches Anwesen mit Blick auf den malerischen Tegernsee im bayerischen Voralpenland. Einen Fernseher wird er auch haben. Vor dem wäre er wirklich gut aufge­hoben gewesen in den nächsten Wochen. Stattdessen. Nun ja.

Andreas Rüttenauer

Spätestens seit Marc Cucurella 2024 durch sein vermeintliches (!) Handspiel die EM-Träume der Deutschen zerstörte, sind sich hierzulande alle einig: Eigentlich ist es doch egal, wer bei der kommenden WM gewinnt, Hauptsache nicht die arroganten Spanier. Die mit ihrem ewig-nervigen Tiki-Taka-Gekicke. Und ihrem peinlichen königlichen Wappen auf der Brust. Ja, der Lamine Yamal, der ist vielleicht noch ganz süß, aber bald wird auch er in Barça-Hochnäsigkeit verfallen. Also diesem „Selbstbewusstsein“, das mit Freude am Spiel einhergeht. Jeder anständige deutsche Kulturprotestant weiß schließlich: Nur wer – wie die DFB-Elf – hart und verbissen an etwas arbeitet, hat einen Titel verdient. Nicht, wer beim Kicken Spaß hat.

Finde ich nicht. Und deswegen beschloss ich bereits bei der WM 2010: Mein Herz schlägt für die Tiki-Taka-Spanier. Die „Selección“, das war für mich als spanisch-deutscher Teenager endlich die Möglichkeit, mich von diesem schrecklich Schlandgehabe abzugrenzen. Und zufällig habe ich damals genau die besten Zeiten der „Furia Roja“ erwischt. Als man sich beim Zuschauen vor lauter Ballbesitz manchmal fragte, ob die legendäre Elf von Vicente del Bosque überhaupt vorhat, mal aufs Tor zu schießen.

Wenn man sich nun das Zusammenspiel zwischen Nico Williams und Lamine Yamal anschaut, weiß man, diese Mannschaft kann 2010 noch toppen. Das Spiel ist flexibler und vertikaler geworden. Der spanische Fußball leistet unglaublich gute Nachwuchsarbeit, übrigens auch bei den Frauen. Und das trägt Früchte. Es gibt sicherlich viel zu kritisieren in diesem durchkommerzialisierten System. Aber: Es gibt auch geilen Fußball zu sehen.

2010 bin ich übrigens nach dem gewonnenen Finale mit meiner rot-gelb-roten Flagge über den Schultern in die Schule gegangen. Politisch gesehen sehr bedenklich. Aber da war ich auch noch 15. Fußballerisch betrachtet lag ich ohnehin richtig. Ruth Lang Fuentes

Als das Team Bos­nien-­Her­ze­go­wina im Play-off-Spiel Italien besiegte, feierte das Land die größte Party seit seiner Gründung. Die ganze Nacht wurde auf Straßen, Plätzen und Balkonen über alle ethnischen, religiösen, mafiösen und andere Gartenzäune hinweg die Qualifikation zur WM 2026 so bejubelt, als hätten sie selbige gerade gewonnen. „I am from Bosnia, take me to America“, schallte es im ganzen Land, ein Song der Hip-Hop-Band Dubioza Kolektiv. In dieser Nacht wurde er umgedichtet: „I am from Bosnia, coming to America“.

Einen Monat später kündigte Christian Schmidt, der derzeitige Hohe Repräsentant der UN und damit höchster Amtsträger des Staats, überraschend seinen Rücktritt an. Der wirtschaftspolitische Druck der US-Regierung und die gleichzeitige europäische Vernachlässigung des Landes gab er als Gründe an. Hohe Repräsentanten kommen und gehen in Bos­nien-­Her­zegowina wie internationale NGOs und Unternehmen, Scheichs und Kriegstouristen, daran ist man hier gewöhnt. Eine WM-Teilnahme aber gab es bisher nur einmal, 2014 in Brasilien. Damals waren die Hoffnungen groß: Der Vertrag von Dayton hatte die Spaltung des Landes nur verstärkt, eine erfolgreiche WM-Teilnahme könnte die Bewohner einen. Leider schaffte das Team es nicht über die Vorrunde, und so wurde nichts aus der Einheit.

Egal wie sich Bos­nien-­Her­zegowina nun schlagen wird, eine größere kollektive Freudenstimmung als in der Nacht des 1. April 2026 ist kaum vorstellbar. In Dubioza Kolektivs Song, der über Bosnien hinaus zum Internethit wurde, heißt es: „One day, when you reach the end / One day, you will understand / One day, back to roots my friend / No place like a motherland“ Selbst eine Heimkehr ohne irgendeinen Erfolg dürfte also ausgiebig gefeiert werden. Doris Akrap

Was an Katar gut war, an dieser letzten Scheiß-WM? Fußballerisch nur Marokko, das ins Halbfinale kam. Fußballgeschichte wiederholt sich nicht. Aber dass sich Kräfte verschieben und bestimmte Weltregionen stärker dastehen als noch ein paar Jahrzehnte zuvor, das stimmt ja.

In der Gruppe J zeigt sich das auf schönste Weise. Argentinien läuft zwar da als Titelverteidiger auf und Europa wird von Österreich vertreten. Aber in dieser Gruppe J spielen auch Algerien und Jordanien – zwei arabische Teams.

Jordanien tritt dabei mit einem Kader an, in dem nur zwei Spieler in Europa kicken. Das Gros ihrer Kollegen steht bei Klubs in der Jordan Pro League unter Vertrag. Auslandserfahrung heißt bei den Spielern allermeist Irak. Dennoch hat sich Jordaniens Fußball bemerkenswert hochgearbeitet.

Noch überzeugender ist Algerien. Nicht nur, dass hier die Häufung von Profis aus europäischen Topligen höher ist: drei in der französischen, einer in der englischen, vier in der Bundesliga. Nein, in Algerien hat der Fußball auch eine unglaublich große antikoloniale Geschichte. Dass das Land 1962 unabhängig wurde, liegt zu einem nicht kleinen Teil an der Fußballnationalmannschaft, die 1958 gegründet wurde, und als Botschafterin der Nationalen Befreiungsfront FLN für außenpolitische Unterstützung sorgte.

Erinnern wir uns an Katar, und was diese ansonsten vermaledeite Weltmeisterschaft letztlich doch noch schön machte. Marokko hatte eine frühere Kolonialmacht nach der anderen aus dem Turnier gekickt: Belgien, Spanien, Portugal – und scheiterte erst an Frankreich. Algeriens Fußball ist noch klarer antikolonial geprägt als der Marokkos. Und es gibt eben noch Jordanien in der Gruppe J. Das wird großer Fußball.Martin Krauss

Die Euphorie ist groß in Österreich über die erste WM-Teilnahme des Landes seit 1998 (Toni Polster! Andi Herzog!). Und wird doch gleich mehrfach getrübt, nämlich von den sogenannten Umständen. Da wäre zum einen das Getuschel um die Zukunft von Teamchef Ralf Rangnick, des Exildeutschen, den 95 Prozent aller fußballbegeisterten Österreicher so gern noch weiter behalten würden. Aber: Das böse Geschäft, das böse Geschäft! So wurde RR dabei gesehen, wie er sich in Wien mit zwielichtigen Italienern vom AC Milan getroffen hat. Ist nach der WM alles vorbei?

Und dann wäre da noch die Fifa. Die hat die Spiele der Rot-Weiß-Roten nämlich mehrheitlich zu Schlafenszeiten terminiert. Bars und Cafés in Wien versuchen, die Leute mit Gewinnspielen zum Auftaktmatch gegen Jordanien am 17. Juni zu locken – Anpfiff ist um 6 Uhr MESZ. 6 Uhr morgens, wohlgemerkt. All-you-can-eat-Brunch am Donauturm, während Alaba und Co gegen die Debütanten aus Nahost kicken. Das Spiel gegen Argentinien wird ein Highlight, es wird sogar zu einer gesellschaftsfähigen Uhrzeit angepfiffen, nämlich um 19 Uhr. Den Abschluss der Vorrunde gegen Algerien wird die arbeitende Bevölkerung beim Morgenkaffee mitbekommen, wenn das Team wiederum gegen 5.50 Uhr österreichischer Zeit in den Feier­abend geht. Anstoß war bereits um 4 Uhr.

Unmöglich ist ein Weiterkommen nicht. Es könnte sogar sein, dass man weiter kommt als Deutschland – das im Achtelfinale schon auf Frankreich treffen könnte. Das würde allein schon reichen, um narrisch zu werden, wie damals 1978. Daran erinnern sich hier alle, sogar Millennials und die Gen Z. Feschere Dressen – also hübschere Trikots – als die Deutschen hat man schließlich auch, mit Ausnahme vielleicht der Away-Dressen. Die sind schon ein Schmarrn.

René Hamann

Die Kameras werden ganz sicher auf ihn gerichtet sein, dabei steht er gar nicht auf dem Rasen: Michel Nkuka Mboladinga, Edelfan der Demokratischen Kongo. Einen Anzug in den Nationalfarben wird Nkuka tragen und 90 Minuten reglos auf der Tribüne verharren. Dabei wird er mit seinem erhobenen rechten Arm und mit verblüffend ähnlichen Gesichtszügen den kongolesischen Freiheitshelden und ersten Ministerpräsidenten Patrice Lumumba imitieren, der 1961 unter Beteiligung Belgiens und der USA ermordet wurde.

In Afrika ist Michel Nkuka spätestens seit dem letzten Afrika-Cup eine Ikone. Nun wird er vor die Augen der ganzen Welt treten. Gewiss sind Kultfans nichts Ungewöhnliches bei Weltmeisterschaften, man denke an den spanischen Trommler Manolo. Weil Kollektive wie Ultras fehlen, wird Leidenschaft an karnevalesk gekleideten Einzelpersonen erzählt. Und doch ist die Figur Michel Nkuka eine besondere. Der Kongolese trägt ein Stück Widerstandsgeschichte in die durchorchestrierte WM – und er entzündet politischen Diskurs. Beim Afrika-Cup imitierte der algerische Spieler Mohamed Amoura nach seinem Siegtreffer gegen die DR Kongo die Lumumba-Statue und mimte ihren Sturz. Anschließend entschuldigten sich der Spieler und der algerische Verband. Nach dem Vorfall schnellten die Online-Sucheinträge nach Patrice Lumumba in die Höhe. Politische Bildung, ausgelöst durch einen Fan.

Für die kriegsgebeutelte DR Kongo ist Michel Nkuka Mboladinga ein seltenes Hoffnungssymbol. Er selbst hätte sich die teure Reise in die USA mit hohen Visahürden wohl nicht leisten können – aber die kongolesischen Nationalspieler setzten sich für ihn ein. So reist Nkuka auf Staatskosten mit.

Was für eine Geschichte! Und Patrice Lumumba bekommt Sichtbarkeit in den USA, jenem Land, das an seiner Ermordung beteiligt war. Auch das kann eine WM mit vielen Teilnehmern leisten. Dass Lumumba auch vom Kapitalismus inkorporiert werden wird als scheinbar harmloses Turnierkostüm? Nun, das ist eine andere Geschichte.

Alina Schwermer

Es reicht! Basta! Wie oft schon haben wir uns dieses Geschrei anhören müssen, vor der vielleicht letzten Weltmeisterschaft von Lio­nel Messi und Cristiano Ronaldo? Wie oft die Frage, wie das denn gehen solle, eine WM ohne die beiden außerirdischen Dauerhelden des Weltfußballs? Die Wehmut des nahenden Abschieds lastet zentnerschwer und vor allem gefühlt schon ewig auf uns. Vor der WM 2018 fing das bereits an. Ach was, noch früher ging es los, als Lionel Messi 2016 melodramatisch nach einem verlorenen Finale der Copa América erklärte: „Für mich ist die Na­tio­nal­mannschaft Geschichte.“

Natürlich folgte der Rücktritt vom Rücktritt. Die entscheidende Frage schien zu sein, ob sich einer der beiden nicht doch noch irgendwann mit einem WM-Titel selbst das größte Denkmal setzen könnte. Dass Argentinien mithilfe der Genialität des Standfußballers Messi dann 2022 Weltmeister werden könnte, damit war eigentlich nicht mehr zu rechnen gewesen. Und vorbei ist der Spuk damit noch immer nicht.

Messi ist erneut vom Rücktritt zurückgetreten, und der 41-jährige Ronaldo schnürt wieder seine Schuhe – beide bei ihrer vielleicht letzten Weltmeisterschaft. Messi und Ronaldo sind bis heute die größten Anhänger von der These ihrer eigenen Unersetzlichkeit. So werden das argentinische und das portugiesische Team auch bei dieser WM wieder eifrig um die beiden zirkulieren wie um heilige Museumsstücke. Es wird sich wieder alles um die weltweit prominentesten Aktivrentner drehen und deren große Vergangenheit. Die Mitspieler werden pflichtschuldig ihren Dienst als Altenbetreuer antreten. Absehbar wird es wieder darum gehen, ab welcher Minute eine Aus- oder gar nur Einwechslung als unverzeihliche Majestätsbeleidigung zu gelten hat.

Wie kommen wir nur aus dieser Zeitschleife heraus?

Johannes Kopp

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