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Wochenvorschau für Berlin Ballern bis zum Umfallen

Lilly Schröder

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Lilly Schröder

Berlin feiert 100 Jahre Rotfrontkämpferbund, Thilo Sarrazin stellt sein neues Buch vor und bei der „Pyronale“ wird um die Wette geböllert.

B erlin, Bautzen, Leipzig, Magdeburg, Plauen – nahezu wöchentlich ziehen Neonazis derzeit durchs Land und versuchen CSDs zu stören. Aktueller könnte das 100 Jahre alte Motto des Rotfrontkämpferbunds (RFB): „Arbeiter, schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!“, daher leider nicht sein. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des paramilitärischen Wehrverbands der KPD in der Weimarer Republik findet am Dienstag ein Spaziergang statt, der sich mit der Geschichte der antifaschistischen Organisation befasst. Treffpunkt ist um 19 Uhr vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Von dort aus geht es zum BAIZ in der Schönhauser Allee 26A, wo ein Vortrag zum RFB gehalten wird.

Apropos Faschisten: Ein wegen seiner Thesen zur Integration umstrittener und auf Demos als „Nazi“ beschimpfter Politiker und Autor hat am Dienstag seinen großen Auftritt: Thilo Sarrazin. Der ehemalige Berliner Finanzsenator und Ex-SPDler, der wegen Rassismus- und Islamfeindlichkeit aus seiner Partei ausgeschlossen wurde, präsentiert bei der Bundespressekonferenz in Berlin sein neues Buch. Eine ideologische Kehrtwende scheint er nicht vollzogen zu haben: „Deutschland auf der schiefen Bahn. Wohin steuert unser Land?“, lautet der Titel seines neuesten Populismus-Knallers.

Während Sarrazin darüber sinniert, wohin Deutschland steuert, steuert Berlin auf das Wochenende zu. Endlich Freitag, endlich ballern! Mit dieser Aussicht kämpfen sich viele Ber­li­ne­r*in­nen drogenenthaltsam durch die Woche. An diesem Freitag wird jedoch nicht nur in Berliner Clubs geballert, sondern auch auf dem Maifeld des Olympiageländes. Bei der „Pyronale“, der „World Championship der Feuerwerke“, wird am Wochenende mal wieder ordentlich Feinstaub in die Luft gejagt. 16 bis 18 Minuten lang knallen die 6 weltbesten Teams mit ihren Großfeuerwerken rum und wetteifern um den Pyronale-Pokal. Und weil zwei Tage Feinstaub-Party mehr Spaß machen als ein Tag, wird das Spektakel am Samstag gleich wiederholt. Scheiß auf Klimawandel, Hauptsache, es sieht spektakulär aus.

Dabei müssen sich Showeffekt und Nachhaltigkeit nicht ausschließen. Das stellt der Botanische Garten in Zehlendorf am Samstag beim Drag-Sommerfest „Queens & Flowers“ unter Beweis. Von 15 bis 22 Uhr verwandeln sich dessen Gärten in schillernde Showbühnen. Angekündigt hat sich das „Who is who der Drag-Szene“. Neben Dragshows und Musikacts, unter anderem von SchwuZ-DJ Gitti Reinhardt, gibt es Führungen durch die Gewächshäuser, für Kids gibt es eine Dragqueen-Reading-Hour sowie Mal-Workshops mit Pflanzenfarben. Die können sich hier noch mal richtig austoben, bevor am Montag wieder der Ernst des Lebens beginnt – Schulstart in Berlin.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Lilly Schröder

Lilly Schröder

Redakteurin für Feminismus & Gesellschaft im Berlin-Ressort Schreibt über intersektionalen Feminismus, Popkultur und gesellschaftliche Themen in Berlin. Studium der Soziologie und Politik.
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