: Wo ist Karl Moik?
■ Wie ARD und ZDF heute ihren Grundversorgungsauftrag erfüllen
Selbstverständlich kann sich auch das Fernsehen am 5. Jahrestag des Mauerfalls nicht dem „Sog der Einheit“ entziehen. Die ARD zeigt vor Giordanos Tagebuch (s.o.) einen Zusammenschnitt jener „Monate, die die Welt veränderten“, natürlich mit „vielen illustren Zeitzeugen“.
Das ZDF hat sich sinnigerweise ein „Kennzeichen D spezial“ ausgedacht (22.15 Uhr), und die föderalistischen Anrainer-Dritten (Ost) teilen sich den „Wahnsinn“ (Live-Abend ab 20.15 Uhr auf N 3 und ORB) der „Zehn Tage im November“ (ab 20.15 Uhr auf MDR 3 und B1) paritätisch.
Erfrischend unbelastet geben sich dagegen die West-Dritten: „Na und?“ heißt es um 21.45 Uhr im SWF, und der BR fragt um 20.15 Uhr: „Was wächst im Garten der Gentechnik?“ Auch die private Konkurrenz setzt voll auf die Vereinigungsermüdung: „Tödliche Wahrheit“ (Sat.1) und „Das Baby der schwangeren Toten“ (RTL) versüßen uns den privaten Fernsehabend mit TV-Filmproduktionen. Das Ex-Ereignisfernsehen Vox hat sich zur Primetime für die „Begierde an schattigen Tagen“ entschieden, und Pro 7 gibt uns ab 20.15 Uhr „Drei lahme Enten“, ohne allerdings damit an das legendäre Nationalhymnen-Terzett Momper, Kohl und Brandt erinnern zu wollen. Ganz staatstragend dann wieder die Länderkette 3 sat: „So war die DDR“. Kein Wunder, wird ja auch von ARD und ZDF gemacht.
Schade eigentlich nur, daß der wohl schönste Beitrag des Fernseh-Novembers 89 nicht den Weg aus den Archiven fand: Karl Moiks „Musikantenstadl“ am 14.9. live aus Cottbus. „Wahnsinn“ war das doch. Einfach Wahnsinn! klab
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