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“Wir kaufen uns Schutz“

Wenn sie an Schicksal glauben, wollen sie es zumindest selbst in die Hand nehmen: Rund 30 nichtdeutsche Frauen sind gestern gemeinsam einkaufen gegangen - ins Waffengeschäft, wo sie sich Gaspistolen besorgten. „Wir kaufen Schutz“, so die Veranstalterinnen der Aktion von De Colores, einer autonomen Bremer Imigrantinnengruppe.

„Wir sind ja nicht mehr nur als Frauen, sondern jetzt zusätzlich als Ausländerinnen bedroht“, so Sadia Ghelala, eine der Organisatorinnen. „Die Räume, in welchen wir uns unbedroht bewegen können, werden immer kleiner.“

Heftig war unter den Frauen diskutiert worden, da viele sich mit der Waffe als Gewaltsymbol nicht identifizieren wollten. Andere wiederum hatten schon lange vorgehabt, sich gegen die Angst zu bewaffnen. „Wir sind ja gezwungen, uns zum Waffenbesitz und —gebrauch zu überwinden, wir brauchen diesen Schutz!“ Die 25jährige Hylia geht schon lange nicht mehr abends alleine raus, „nicht weil das etwa nicht gern gesehen wird, wie in der Türkei, sondern weil ich um mein Leben fürchten muß.“ vip

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