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■ beiseiteWillfährig gehängt

Die Kritik unseres Rezensenten an der Fotoausstellung „Bernard Larsson: Zeitgleich — Das geteilte Deutschland in den 60ern“ (siehe taz vom 29.6.) war offenbar berechtigt. Larsson selbst hat sich beim Deutschen Historischen Museum über die willfährige Hängung beschwert, die den Schluß zuläßt, er habe sich für eine „neuerliche Restauration“ im Gewand von Pro-Ludwig-Erhardt-Demonstrationen und steifen SED-Bonzen vereinnahmen lassen. Dem sollte aber nie so sein: „Meine Absicht war, vor diesem historischen und politischen Hintergrund [des Nachkriegsdeutschlands, d.R.] einen Beitrag zur Überwindung der sich entwickelnden Entfremdung zu leisten“, so Larsson in einer Stellungnahme. Das Museum habe den Kontext der unterschiedlichen sozialen Lager innerhalb der geteilten Stadt einfach aus dem Weg geräumt und anstelle von Differenzen ein Hüben/Drüben-Spektakel gemacht. Wer Larssons Fotobände kennt, mag sein Unbehagen verstehen. Aber warum hat er nicht noch vor Ausstellungsbeginn in Sachen Hängung und Auswahl auf den Busch geklopft?

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