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Werden KGB-Agenten gegen Stasi-Akten getauscht?

Berlin (afp) — Die Bundesregierung soll in Geheimgesprächen mit Rußland einen Agentenaustausch im großen Stil vorbereiten. Das berichtete gestern 'Berliner Morgenpost‘. Als Gegenleistung für die Auslieferung enttarnter Spione soll Bonn von Moskau alle Stasi-Akten zurückerhalten, die nach der Wende in der früheren DDR dem damaligen sowjetischen Geheimdienst KGB in die Hände gefallen sind. In diesen Akten wird hochbrisantes Material über einen Großteil der früheren SED-Größen vermutet. Auch mit Polen soll es Gespräche über einen Agentenaustausch geben. Der Staatsminister im Kanzleramt, Bernd Schmidbauer (CDU), werde möglicherweise bereits an diesem Wochenende „in eine östliche Hauptstadt“ fliegen, um den Austausch vorzubereiten, hieß es unter Berufung auf Bonner Regierungskreise weiter. Mit konkreten Vereinbarungen sei bei diesen Sondierungsgesprächen vermutlich noch nicht zu rechnen. Sie seien jedoch in den Tagen nach dem Wirtschaftsgipfel der sieben führenden Industrienationen zu erwarten, der vom 6. bis 8. Juli in München stattfindet. In Deutschland sind nach Angaben aus Regierungskreisen etwa 150 östliche Agenten enttarnt worden. Nicht alle davon seien schon festgenommen worden. Der Gegenseite sei aber signalisiert worden, daß diese Agenten jederzeit in Haft genommen werden könnten.

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