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Wer lügt im Itzehoer Prozeß?

Der Chef der Abteilung „Observation“ beim Hamburger Staatsschutz, Hans-Joachim Wenske, hat am Dienstag im Itzehoer Prozeß gegen die Rote Flora-Aktivisten Knud Andresen und Ralf Gauger seine Mitarbeiter Martens, Thoms, Jahnke und Schöning der Falschaussage bezichtigt. Die vier Fahnder wollen die Angeklagten im Juli 1991 dabei beobachtet haben, wie sie Betonplatten auf Bahngleise legten. Die Fahnder hatten vor Gericht angegeben, daß es sich bei ihrer Observation um eine Verwechselung gehandelt habe. Als sie nach der Festnahme den Fehler bemerkten, hätten sie von ihren Vorgesetzten die Anweisung bekommen, den wahren BKA-Observationsauftrag zu verschweigen und in den Festnahmebericht zu schreiben, die Observation habe der Flora-Szene gegolten. Wenske dementierte nun diese Version: Es hätten damals dem Staatsschutz keinerlei Erkenntnisse über Verbindungen von Gauger und Andresen zur Flora-Szene vorgelegen. Gegenteilige Angaben seien unsauber. Wenske wörtlich: „Alle vier Aussagen hinsichtlich der Flora sind falsch.“ Unterdessen lehnte das Gericht den Verteidigerantrag auf Vernehmung der Staatsanwältin Heike Roitsch von Almeloe als Zeugin ab. Es war bekannt geworden, daß die Anklägerin Beweismaterial unterschlagen hat. Begründung: Die Unterschlagung sei unerheblich, weil die Mordanklage inzwischen vom Tisch und der Haftbefehl aufgehoben ist. fre/kva

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