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Wenn es nachts partout keine Ruhe gibt

Wer um 3.30 Uhr mit dem Flixbus von Berlin nach Hamburg fahren möchte, muss im Sitzen schlafen können. Dutzende Male habe ich es erprobt, heute fällt das Einschlafen trotzdem schwer: Eine Gruppe dreier Halbstarker hängt auf Tiktok rum: Abwechselnd ertönen Gequatsche und Beats. Ohren zuhalten und ignorieren. Irgendwann gebe ich auf und versuche es mit Noice-Canceling-Kopfhörern. Keine Chance. Es ist nicht einmal mehr so laut. Doch konzentriert man sich einmal auf solche Respektlosigkeit, dreht der Kopf Schleife um Schleife und an Schlaf ist nicht zu denken. Auf eine nächtliche Konfrontation bin ich aber auch nicht aus. Ich füge mich dem Schicksal, wie alle im Bus. Als ich mir irgendwann selbst Musik anmache, dämmere ich endlich weg.

Als ich erwache, da wird es schon hell, schallen immer noch Geräusche aus dem Handylautsprecher. Welch erstaunliches Durchhaltevermögen.

A 24

237 Kilometer.

Nicht zuletzt, weil die Direktverbindung mit dem Zug zwischen Hamburg und Berlin erst ab dem 14. Juni wieder ins Rollen kommen soll, ist halt die Bundesautobahn 24 durchaus eine Alternative für eine Fahrt von da nach dort.

Schnell wird aber klar: Hier scrollt keiner mehr. Stattdessen wispert eine Frauenstimme: „Ich bin sicher. Ich bin gehalten. Ich kann schlafen. Das Nervensystem weiß wieder, wie sich Ruhe anfühlt.“ Vielleicht brauchen die drei nur ein wenig Liebe. Und Kopfhörer. „Gesundheit. Gesundheit. Gesundheit.“ Ich schlafe wieder ein.“Birger Stepputtis