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Wenn die KI schlechte Laune trainiert

Guten Tag, spreche ich mit“ – es folgt eine Verballhornung meines Namens. „Schön, dass ich Sie erreiche. Ich möchte …“ Während ich der Stimme lausche, grüble ich. Sie klingt tatsächlich so leiernd und abgenervt wie eine Frau, die an dem Tag bereits Dutzende Male ihren Spruch aufgesagt hat und dabei x-fach angepflaumt wurde. Gleichzeitig ist da eine Winzigkeit schräg. Kurz gesagt, ich bin unsicher. Hurra, mein persönlicher Turing-Moment! Also unterbreche ich die Ansage: „Sollten Sie ein Mensch sein, sagen Sie mal was Menschliches.“

Die Stimme verstummt. Nach einem Sekundenbruchteil – „Für einen Computer ist das eine lange Zeit“, würde Data, der Androide aus dem Star-Trek-Universum, sagen – spricht sie weiter: „Ich verstehe Ihr Ansinnen, aber kann Ihnen nicht helfen. Denn ich bin eine KI.“

Das Lustige ist, dass sie sich erstmals freundlich anhört. Hilft ihr nichts, denn ich sage schnippisch, bevor ich auflege: „Dann wünsche ich keinen guten Tag.“

Rendsburg

30.600 Ein­wohner*innen.

Kreisstadt in der Mitte Schleswig-Holsteins. Ein Unternehmen vor Ort ist sogar in der Halbleiterproduktion tätig, ohne die es keine KI gäbe.

Bestimmt klingt sie beim nächsten Anruf noch genervter. Wenn dereinst die Maschinen die Macht übernehmen, haben sie jedenfalls schlechte Laune gelernt. Esther Geißlinger

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