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Wenn der VS erzählt

■ VS-Vize Jachmann über Observationsmethoden

Wie der Bremer Verfassungsschutz an seine Informationen gelangt, beleuchtet die Aussage des VS-Vize Lothar Jachmann vor dem Bremer Verwaltungsgericht. Zwischen 1986 und 1989 habe der VS 15 Anschläge aus dem Bereich Linksextremismus und undogmatische Linke registriert. Die Verbindung zur Szene habe der Verfassungsschutz durch zwei V-Leute gehalten, die überwiegend über das Sielwall-Haus und das besetzte Haus am Buntentorsteinweg Kontakt hatten. Dort habe sich auch der Mann aufgehalten, der jetzt gegen den Lauschangriff geklagt hat.

Interessant ist die Begründung, die Jachmann gegenüber dem Gericht über die Notwendigkeit der Abhöraktion auftischte. Die V-Leute seien schon lange zuverlässig für den VS tätig. Sie hätten berichtet, daß die Szene sich in kleinsten Einheiten als Wohngemeinschaften organisiert hätten. Nach dem Anschlag auf das AEG-Gebäude, zu der sich eine Gruppe „Steve Biko“ bekannt hatte, reichte dem VS dann ein Buch des südafrikanischen Studentenführers Biko im Regal des observierten Mannes, um den Verdacht der Zugehörigkeit zur „Autonomen Zelle“ zu erhärten. Später mußte der VS feststellen, daß die Beschäftigung des Verdächtigen mit Stive Biko auf rein musikalischen Grundlagen beruhe.

Verdachtsverschärfend wirkte sich in den Augen des VS auch die Teilnahme des Verdächtigen an einer Pasästina-Demonstration sowie an einer Solidaritätsdemo für die hungerstreikenden RAF-Mitglieder 1989 aus. Alle Informationen, die die V-Leute an den VS weitergegeben haben, wurden mündlich abgeliefert. Die beiden V-Männer, die die Szene ausspioniert haben, kennen sich nicht,so Jachmann. taz

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