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Wenn Merkwürdiges mit Tauben passiert

An der Hauptstraße in Schöneberg tummeln sich unter einem Baum einige Tauben. Und Menschen, die die Tauben mit Samen füttern. Zwei von denen benehmen sich allerdings merkwürdig: Eine Frau, die einer Taube leicht gebeugt mit ausgestreckten Armen hinterhergeht, und ein Mann, der ein kleines grünes Zelt aus seiner Tasche holt. Das genau die Größe für eine Taube hat.

Die Frau hat inzwischen die Taube gefangen und der Mann hilft ihr, den Vogel ins Zelt zu bekommen. Ich komme auf merkwürdige Gedanken und frage mich, ob sie die Taube essen wollen. Schließlich sind wir in Berlin, hier kann alles passieren. Also spreche ich die beiden an: „Entschuldigen Sie, dürfte ich fragen, was Sie mit der Taube vorhaben? Sie können doch nicht einfach die Tiere hier mitnehmen.“

Berlin-Schöneberg

124.800 Ein­wohner*innen.

Prominenter Hauptstraße-Anwohner war mal David Bowie in der Nummer 155. Mit Tauben hatte es der Sänger in seinen Liedern nicht so. Nur in „Hallo Spaceboy“ (1995) taucht eine „sweet sweet dove“ auf.

Daraufhin erwidert die Frau: „Wir sind von den Hauptstadttauben.“ Der Mann übergibt mir einen Flyer der Tierschutzgruppe, die Frau führt weiter aus, dass die Taube Pocken habe, man erkenne das an weißen Stellen am Schnabel. „Damit sie nicht andere Tauben ansteckt, bringen wir sie zum Arzt.“ Ich danke für die Aufklärung und für deren Arbeit. Auf ein Soli-Konzert für Tauben wurde ich auch noch eingeladen. Derya Türkmen

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