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Weiter Stasi-Akten-Streit

Innenminister Schily droht mit Rechtsaufsicht. Birthler will weiterhin Stasi-Akten von Prominenten herausgeben

BERLIN rtr ■ Innenminister Otto Schily (SPD) hat der Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, erneut mit Konsequenzen gedroht, falls sie Akten Prominenter an Dritte weitergibt. Ein Sprecher bestätigte einen Bericht des Spiegels, wonach Schily am Freitag Birthler brieflich aufgefordert hat, die Akten Prominenter nur noch mit deren Zustimmung herauszugeben. Andernfalls wäre er gezwungen, dem Bundeskabinett Rechtsaufsichtsmaßnahmen vorzuschlagen. Birthler hatte dagegen erklärt, sie werde auch weiterhin solche Stasi-Akten herausgeben. „Ich bin nach meiner Rechtsauffassung zur Herausgabe von Akten verpflichtet.“ Der Bundestag müsse den strittigen Paragrafen des Stasi-Unterlagen-Gesetzes klarstellen. CDU-Rechtsexperte Rupert Scholz äußerte sich skeptisch, ob das Parlament dies leisten kann: „Der Gesetzgeber kann nicht anders entscheiden, als es das Verwaltungsgericht Berlin getan hat.“

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