piwik no script img

■ Weiblich, geschieden, alleinerziehendBayerns Synode steht eine Bischöfin zur Wahl

München (epd) – Es wäre eine kleine Sensation, wenn die 42jährige Johanna Haberer am 24. April zur neuen Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt würde. Die Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wäre nicht nur die erste Frau als Oberhirtin der 2,7 Millionen Protestanten im Freistaat, sondern weltweit die erste Bischöfin, die geschieden ist. Die Möglichkeit dazu hat der bayerische Bischofswahlausschuß gestern geschaffen, der Haberer sowie den Münchner Theologieprofessor Gunther Wenz und den Nürnberger Dekan Johannes Friedrich offiziell als Kandidaten für die Nachfolge von Bischof Hermann von Loewenich (67) nominiert hat. Loewenich geht Ende Oktober in den Ruhestand.

Ob Haberer tatsächlich von der in München tagenden Frühjahrssynode gewählt wird, ist offen, da bereits im Vorfeld Widerstand gegen die Kandidatur der alleinerziehenden Mutter laut geworden ist.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen