Website des US-Geheimdienstes gehackt: CIA neuestes Opfer von Lulz Security
Die Hacker von Lulz Security haben nach eigenen Angaben die Homepage des CIA gehackt. Es ist eine von vielen Cyber-Attacken der Gruppe in den letzten Wochen.
BOSTON reuters/dpa/taz | Hacker haben nach eigener Darstellung die Internetseite des US-Geheimdienstes CIA angegriffen. "Tango down - CIA.gov" twitterte die unter dem Namen Lulz Security bekannte Gruppe am Mittwochabend. Die Seite //www.cia.gov/:www.cia.gov war kurz nach der Mitteilung für einige Minuten nicht erreichbar. Eine CIA-Sprecherin sagte, die Berichte würden geprüft.
Die Hacker-Gruppe hatte am Wochenende die Internetseite des US-Senats angegriffen und dabei Daten abgegriffen. Nach Angaben des Sicherheitsdienstes des Senats kam es am Mittwoch erneut zu einem Angriff. Ein Datenklau habe in dem Fall jedoch verhindert werden können.
Die Attacke auf die CIA Homepage schien auf die öffentliche Website des Geheimdienstes abzuzielen. Dort befinden sich keine geheimen Daten, und sie hat keinen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der CIA. Eine Sprecherin der Behörde sagte, man gehe den Berichten nach. Ob eine Website gehackt wurde, lässt sich manchmal schwer feststellen: Zuweilen führt allein eine entsprechende Behauptung zu einem solchen Ansturm auf eine Seite, dass sie zusammenbricht.
Angriffe auf Sony, Nintendo, PBS
Lulz Security ist erst in diesem Jahr öffentlich in Erscheinung getreten und hat sich in der jüngeren Vergangenheit zu Hackerangriffen auf die Elektronikkonzerne Sony und Nintendo und den öffentlichen US-Fernsehsender PBS bekannt. PBS hatte zuvor eine kritische Dokumentation über WikiLeaks-Gründer Julian Assange ausgestrahlt.
Die Hacker verfügen vermutlich über ein sogenanntes Botnet mit zahllosen infizierten Computern, die ferngesteuert werden und Angriffsziele mit einer Flut von Datenpaketen lahmlegen. Die New York Times vermutete auch hinter dem Angriff auf die CIA-Website eine derartige Denial-of-Sercive-Attacke.
Die Gruppe griff in den letzten Tagen aber auch Ziele an, die traditionell von Hackern in Ruhe gelassen werden, wie etwa das Spielemagazin The Escapist, die Onlinespiele Eve Online oder League of Legends. Die Attacken führten zu einer Welle der Kritik auf dem Twitteraccount der Hacker. Diese nannten ihre Kritiker lediglich //twitter.com/#!/LulzSec/status/80697805248790529:"Heulsusen".
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert