Was will der Film „Melania“?: Auf ihren Heels wirkt sie wie der Trump Tower
In ihrer „kreativen Erfahrung“ stellt Melania ihren Donald als von der Justiz verfolgte Unschuld dar. Klingt milde, ist aber MAGA-Propaganda.
M elania Trump nennt ihren Film eine „kreative Erfahrung“, ihr Gatte Donald findet ihn „sehr glamourös“. Nun, wer auf Interieur steht, das sich ästhetisch an Denver-Clan-Opulenz und Gaddafi-Goldpalast orientiert, kommt bei „Melania“ sicher auf seine Kosten. Wer auf einen Blick hinter die Fassaden des Trump Clans gehofft hat, wird enttäuscht.
Apropos Kosten, man weiß, bei den Trumps geht es immer um Bereicherung. Vorige Woche ist der Film, der Melania in den 20 Tagen vor dem Machtwechsel im Weißen Haus begleitet, in den Kinos gestartet. 75 Millionen US-Dollar soll Amazon für Rechte und Marketing bezahlt haben. Es wirkt wie der Versuch, sich die Präsidentengunst zu erkaufen. Melania ist Co-Produzentin des Films, sie kontrolliert die Bildsprache und damit die Machtinszenierung.
Die Trumps sind gekommen, um zu bleiben
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Wir sehen, wie die Trumps sich warmlaufen für die Inauguration und den Wiedereinzug ins Weiße Haus. Melania, die in der ersten Amtszeit noch das Image der Trophy Wife hatte, ist nun gestylt wie ein CEO. Aber wie groß ist der Machtfaktor einer First Lady aus dem MAGA-Kosmos? Und verschafft dieses Image nicht erst den Zugang zu dessen Männermachtzirkeln? Im Film stellt Melania ihren Donald als von der Justiz verfolgte Unschuld dar. Klingt mild, ist aber MAGA-Propaganda.
Was für Donald die überlange Krawatte ist, die er gern trägt, wenn er Staatsgäste verbal drangsaliert, scheinen bei Melania High Heels zu sein. Die trägt sie im Film immer, auch auf dem Sofa beim Fox-News-Gucken. Nur am Tag des Einzugs ins Weiße Haus streift sie die Schuhe ab. Womöglich ein bedrohliches Signal: Die Trumps sind gekommen, um zu bleiben.
Die Aufnahmen, bei denen die Kamera von den Heels nach oben schwenkt, haben den Effekt, dass man in ähnlicher Manier zu Melania emporblickt wie zum oft gezeigten Trump Tower. Der Film endet mit dem Tag der Inauguration. Damals gingen die Bilder ihres überdimensionalen Hutes, an dessen Krempe Trumps Kussversuch scheiterte, um die Welt. In „Melania“ wird das nur beiläufig gezeigt. Und dann läuft der Song „It’s a man’s man’s man’s world“. Die First Lady lächelt, eine Frau ein paar Plätze weiter im Kinosaal weint.
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